Der Häßliche

von Marius von Mayenburg
Regie: Benedict Andrews


Uraufführung

Lette ist hässlich. Er ist so hässlich, dass sein Chef ihm verbietet, seine neue Erfindung, einen Starkstromstecker, beim nächsten Ingenieurskongress in Brig vorzustellen. Die Wirkung seiner Gesichtszüge auf die Kundschaft wäre zu verheerend. Statt Lette wird nun sein Assistent Karlmann den Stecker präsentieren. Lette, dem das katastrophale Ausmaß der eigenen Hässlichkeit nie aufgefallen war, ist entrüstet. Aber selbst seine eigene Frau zeigt Verständnis für die Entscheidung des Chefs. Lette beschließt, Konsequenzen zu ziehen und sucht einen plastischen Chirurgen auf. Als Lette aus der Narkose erwacht, ist nichts mehr wie zuvor. Dem Arzt ist ein Meisterstück geglückt, und Lettes Leben ändert sich von Grund auf. Sein neues Aussehen eröffnet ihm ungeahnte berufliche, ökonomische und erotische Möglichkeiten. Ein Erfolg jagt den nächsten und katapultiert ihn in eine gänzlich neue, aufregende Lebensumlaufbahn. Frühere Weggefährten bleiben naturgemäß auf der Strecke. Er scheint ein gemachter Mann zu sein. Aber plötzlich tauchen überall in der Stadt Menschen auf, die genauso aussehen wie er. Der Arzt hat die erfolgreiche Operation systematisiert und verpasst jedem zahlenden Patienten auf Wunsch Lettes »einzigartiges Gesicht«. Als auch sein Assistent Karlmann sich operieren lässt, nimmt Lette den Kampf um die eigene Identität auf, die ihm mit einem Mal gar nicht mehr so gesichert erscheint, wie er angenommen hatte. Und der Weg zurück ist im wahrsten Sinne des Wortes abgeschnitten.

Marius von Mayenburgs neues Stück ist eine fulminante Verwechslungskomödie über Identität, äußere und innere Schönheit und die Relativität des Erfolges.