Der Hund, die Nacht und das Messer

von Marius von Mayenburg
Regie: Benedict Andrews


Uraufführung

Eine heiße Nacht im August: M hat sich verlaufen und findet sich in einer Sackgasse wieder. Die Rollläden sind runtergelassen, die Straßen leer – bis auf einen Mann mit einer abgerissenen Leine in der Hand, der nach seinem weggelaufenen Hund sucht. Der Mann bietet M an, zu helfen, zieht aber unvermittelt ein Messer, um ihn zu töten. In Notwehr ersticht M den Mann, der sich merkwürdigerweise nicht wehrt. M tut das einzig Vernünftige:er flieht. Er klopft an eine Wohnungstür und trifft auf ein Mädchen, das die Nacht im Bademantel schlaflos verbringt, während ihre ältere Schwester im Nebenzimmer schläft. M will die Polizei rufen, aber die Leitung ist tot. Die jüngere Schwester bietet an, für ihn auf die Wache zu gehen, unter einer Bedingung: M darf die ältere Schwester nicht wecken. M wartet in der fremden Wohnung, und die Zeit steht still. Er betritt das Zimmer der älteren Schwester, die ebenfalls einen Bademantel trägt und auch sonst genauso aussieht, wie ihre jüngere Schwester. Nach heißem Liebesspiel versucht sie, M zu töten, aber es gelingt ihm, die ältere Schwester, die sich merkwürdigerweise nicht wehrt, zu erstechen. M tut das einzig Vernünftige: er flieht.

Marius von Mayenburgs neues Stück erzählt von der alptraumhaften Flucht durch eine Stadt, in der alle Männer und alle Frauen, denen M begegnet, eine frappierende Ähnlichkeit haben: Polizist und Arzt, Verbrecher und Anwalt, Patient und Krankenschwester. Und alle sehnen sich nach seinem Fleisch. Als die Nacht beinahe überstanden ist und der Morgen graut, wird M vor eine folgenschwere Entscheidung gestellt: die gefährliche Liebe mit einem Zombie oder die einsame Jagd mit dem Hund.

Regie: Benedict Andrews
Bühne und Kostüme: Magda Willi
Musik: Malte Beckenbach
Dramaturgie: Maja Zade

Mit: Jule Böwe, Rafael Stachowiak, Thomas Wodianka