Die Dummheit

von Rafael Spregelburd
Regie: Tom Kühnel


Deutschsprachige Erstaufführung
Deutsch von Sonja und Patrick Wengenroth

Zahllose moderne Glücksritter umkreisen das neonleuchtende Las Vegas wie ein irdisches Jerusalem. In den Motels der Ausfallstraßen treffen sie aufeinander: dubiose Kunsthändler sind dabei, das verblassende Meisterwerk eines nichtexistenten Malers zu exorbitanten Summen zu verkaufen… zwei korrupten und verliebten Polizisten fällt ein Koffer voller Geld in die Hände, doch das Geld droht ihr junges Glück zu zerstören… eine übergewichtige Gruppe von Gelegenheitsspielern, der arbeitslose Schauspieler John, die stumme Ivy, die unglückliche Platzanweiserin Susan… Sie alle wähnen Glück und Reichtum greifbar nahe – bis auf den Wissenschaftler Robert Finnegan. Er hat die Gleichung gefunden, mit deren Hilfe der Quantencomputer beherrschbar und die Zukunft und das Glück berechenbar werden. Er will seine gefährliche Entdeckung geheim halten. Doch sein Sohn Brad hat Schulden bei der sizilianischen Popmusikmafia und verkauft eine Kassette mit Finnegans Formel an eine Journalistin. Versehentlich vertauscht sie die Kassette mit dem Demotape eines italienischen Popsternchens, aber mit der Popmusikmafia ist nicht zu spaßen… Die Geschichten überkreuzen und verwickeln sich, die Pläne gehen nicht auf – hat auch Finnegan sich verrechnet? Wird die stumme, feenhafte Ivy die Rettung bringen? Durch die Verflechtung moderner Trivialmythen mit literarischen Verweisen von Dante bis Tschechow und Themen der avancierten Quantenphysik entwirft Spregelburd eine hochintelligente und rasante Trashkomödie. In einem Zyklus von sieben Stücken beschreibt Rafael Spregelburd die modernen Äquivalente der tradierten Todsünden. Nach »Die Appetitlosigkeit«, »Die Überspanntheit« und »Die Bescheidenheit« bezieht sich »Die Dummheit« auf die Sünde der Habgier und des Geizes. Der Autor schickt fünf Schauspieler in vierundzwanzig Rollen auf eine atemlose Jagd nach dem irdischen Glück in einer Welt, die von der Sicherheit und der Planbarkeit des modernen Lebens durch das Anhäufen von Geld besessen ist, aber unaufhaltsam in Hysterie und Chaos versinkt.

Regie: Tom Kühnel
Bühne: Jan Pappelbaum
Kostüme: Ulrike Gutbrod
Licht: Michael Gööck
Dramaturgie: Jens Hillje
Musik: Martin Klingeberg, Matthias Trippner

Schauspielerin 1: Stephanie Eidt
Schauspielerin 2: Jule Böwe
Schauspieler 1: Falk Rockstroh
Schauspieler 2: Lars Eidinger
Schauspieler 3: Felix Römer

Musiker: n.n., Christian Kögel, Jürgen Schäfer