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Die heilige Johanna der Schlachthöfe

von Bertolt Brecht
Regie: Peter Kleinert


Koproduktion mit der Hochschule für Schauspielkunst »Ernst Busch« Berlin und dem Théâtre National de Bretagne, Rennes 

Chicago 1932. Unter den Fleischkönigen der Stadt tobt ein erbitterter Machtkampf. Spekulationen treiben den Preis erst in den Keller und, als schließlich alle verkauft haben, in unermessliche Höhen: Pierpont Mauler hat Insiderinformationen und manipuliert emsig Marktgeschehen, Konkurrenten und den Aktienpreis – auf dem Rücken der Schlachthofarbeiter, Angestellten und kleinen Anteilseigner. Schon drohen Schließungen, Arbeitslosigkeit und Hungersnöte unter den Arbeitern und Kleinbürgern. Johanna Dark, die zusammen mit den »Schwarzen Strohhüten« Hilfe, Mitleid und Barmherzigkeit vertritt, ist entrüstet – sie glaubt an das Gute in jedem Menschen, meint, in der Armut die Ursache des Elends der Arbeiter zu erkennen und sagt den Verhältnissen den Kampf an. Sie wird von einem System aufgerieben, das noch jeden Widerstand durch den Fleischwolf dreht und zu guter Letzt als eigenen Profit wieder ausspuckt.

Brecht schrieb das Stück 1932 vor dem Hintergrund der Weltwirtschaftskrise, verwandte Schillers »Jungfrau von Orléans« als Kontrastfolie und Reibungsfläche und ließ seine Beschäftigung mit Marx‹ »Kapital« einfließen. Peter Kleinert inszeniert Brechts Drama um Gerechtigkeitsstreben, Profitsystem und den Einzelnen im Kampf für das Gute und gegen das System mit einem Ensemble von jungen Schauspielstudierenden der Hochschule für Schauspielkunst »Ernst Busch«.

Dauer: ca. 135 Minuten