Die Herzogin von Malfi

von John Webster
Regie: Christina Paulhofer


Deutsch von Elisabeth Plessen

In aller Stille heiratet die verwitwete Herzogin von Malfi den Haushofmeister Antonio de Bologna, dem sie in tiefer Liebe zugetan ist. Ihren beiden Brüdern, Herzog Ferdinand und dem Kardinal von Aragon, die um ihr Erbe fürchten, verheimlicht sie diese unstandesgemäße Ehe. Als die Brüder Verdacht schöpfen, lassen sie ihre Schwester von Bosola, Stallmeister der Herzogin, bespitzeln. Er verrät seine Herrin. Darauf folgt ein Reigen von Verrat, Rache, Hintertreibung und Tod. Antonio kann fliehen, doch die Herzogin wird von Ferdinand gefangen genommen. Er beauftragt Bosola, sie ermorden zu lassen. Als diesem die versprochene Belohnung für die Tat verweigert wird, schwört der betrogene Betrüger Rache an seinem Auftraggeber. Es beginnt ein Finale des Grauens, das nur der älteste Sohn der Herzogin überlebt, der als Träger neuer Hoffnung in die Rechte seiner Vorfahren eingesetzt wird.

John Webster, um 1580 geborener Zeitgenosse Shakespeares, zeichnet eine Gesellschaft, der jede Menschlichkeit verloren gegangen ist. In seinem Stück geschieht kaum etwas, das nicht von Habsucht, Rache oder Gier getrieben wäre. Allein die Protagonistin versucht ihren Wunsch nach einem selbst bestimmten und geordneten Leben in einer amoralischen, zerfallenden Welt zu verwirklichen und muss scheitern.

Regie: Christina Paulhofer
Choreographie: Wara Cajias
Bühne: Alex Harb
Kostüme: Nina Wetzel
Musik: Malte Preuss
Kämpfe: Klaus Figge
Dramaturgie: Beate Heine
Video: Martin Rottenkolber
Licht: Michael Gööck

Ferdinand: Lars Eidinger
Kardinal: Kay Bartholomäus Schulze
Daniel de Bosola: Robert Beyer
Antonio de Bologna: Ronald Kukulies
Delio: David Ruland
Marquis von Pescara: Felix Römer
Herzogin: Ursina Lardi
Cariola: Christina Geiße
Julia: Jenny Schily
Höflinge: Ante Pavic, Christian Breuer, Loup Abramovici, Natalia Torales, Ulrike Reinbott
Höflinge / Tänzer: Gabriel Staelen