Die Kontrakte des Kaufmanns

von Elfriede Jelinek
Regie: Pedro Martins Beja


Eine Koproduktion mit der Hochschule für Schauspielkunst »Ernst Busch«

In ihrem neusten Theatertext, einer Wirtschaftskomödie, stellt Elfriede Jelinek in gewohnter Manier die Gier der Zocker und Verzockten der »Generation Kasino« aus. Basierend auf österreichischen Spekulationsskandalen erbricht sich die Jelineksche Logorrhoe erbarmungslos über das gesamtkapitalistische, globale Wirtschaftssystem. Wer sich hier auf eine Insel retten will, ob in der Karibik oder auf den Britischen Kanalinseln, sollte mehr als nur spekulieren können. Denn was einst den gierigen Spekulanten als fest und sicher galt, wird in Jelineks wild-ausufernden Sprechtiraden zum Death Valley – man weiß einfach nicht, wer die Felsbrocken bewegt. Wie von Geisterhand bewegten sich auch vor dem Finanzcrash toxische Schrottpapiere und andere faule, mit Forderungen besicherten Wertanlagen von da nach dort. Verkauft wurden lediglich phantastische Gewinnversprechungen. Was schon lange nichts mehr mit Realwirtschaft zu tun hatte, brachte doch die immer größer werdende Spekulationsblase ganz real zum Platzen und die Folgen sind real existent. Und heute wispern die genadelstreiften Croupiers von vorgestern: Rien ne va plus! Aber: Wie geht es weiter?

Die Schaubühne zeigt das Stück, das seit seiner Uraufführung 2009 an zahlreichen großen Theatern nachgespielt wurde, in einer Diplom-Inszenierung von Pedro Martins Beja, Regiestudent an der Hochschule für Schauspielkunst »Ernst Busch«.

Dauer: ca. 85 Minuten