Die Macht der Finsternis

von Leo Tolstoi
Regie: Michael Thalheimer


Deutsch von Andrea Clemen

Bauer Pёtr liegt im Sterben. Sein Hof verkommt, seine junge Frau Anisja und ihr junger Liebhaber, der Knecht Nikita, lauern gierig auf das Erbe. Doch sein Tod lässt auf sich warten. Nikita beginnt eine Affäre mit der schwerhörigen, etwas zurückgebliebenen Tochter des Bauern. Anisja besorgt bei seiner Mutter Gift, um sein Ableben zu beschleunigen. Ihre größte Sorge ist allerdings, dass er ihr bis zu seinem Tod nicht verrät, wo sein Geld versteckt ist. Nach dem qualvollen Tod des Bauern will Nikita die nun reiche Witwe und Erbin des Hofes heiraten. Doch die Tochter ist inzwischen von ihm schwan- ger. Seine zukünftige Frau und seine Mutter verlangen von ihm, das Kind zu töten. Ein Albtraum beginnt. An diesem Hof der finsteren Menschen gibt es nur zwei Lichtgestalten: Akim, der unter- drückte Mann der Giftmischerin, und der Knecht Mitrič. Beide sehen als einzige in der Gier nach Geld die Ursache der Verrohung und benennen eine Wahrheit, die niemand hören will. Doch man verlacht sie als komische Heilige. Wer will schon auf das liebe Geld verzichten, wenn man es durch ein wenig Gift und Raffinesse in großen Mengen bekommen kann? Statt Befriedigung bringt der Wohlstand die finstersten Abgründe aller Bewohner zutage.

Tolstois erstes Drama von 1886 ist ein Höhepunkt des russischen Naturalismus, das die russische Zensur lange verboten hatte und im Théâtre Libre in Paris 1888 zur Uraufführung kam. Konstantin Stanislawski gelang 1902 die Aufführung am Tschechow-Kunsttheater Moskau.

Regie: Michael Thalheimer
Bühne: Olaf Altmann
Kostüme: Katrin Lea Tag
Musik: Bert Wrede
Dramaturgie: Bernd Stegemann
Licht: Erich Schneider

Pëtr: Kay Bartholomäus Schulze
Anisja, seine zweite Frau: Eva Meckbach
Akulina, Tochter aus erster Ehe: Lea Draeger
Anjutka, zweite Tochter: Jasna Fritzi Bauer
Nikita, der Knecht: Christoph Gawenda
Akim, Nikitas Vater: Thomas Bading
Matrjona, seine Frau: Judith Engel
Marina, eine Waise: Luise Wolfram
Mitrič, alter Knecht: Urs Jucker

Dauer: ca. 90 Minuten

(keine Pause)