04.11.2017, 17.00 – 20.00

General Assembly: 3. Plenarsitzung – Migration und Grenzregime

von Milo Rau / IIPM


Während die Grenzen für europäische Unternehmen immer mehr geöffnet, die Barrieren für den internationalen Handel mit Waren oder Staatsschulden abgebaut werden und die Personenfreizügigkeit eine perfekte Allokation von Arbeitskräften ermöglichen soll, führen Sicherheitsbedenken zur Befestigung von neuen Grenzen. Welche Institutionen aber sind zuständig für die Sicherheit der mobilen Menschen, wenn der Schutz durch den Nationalstaat nicht mehr gewährleistet wird? Wie lässt sich das Prinzip der Rechte für jeden Menschen und das damit zusammenhängende Konzept des »Weltbürgers« konkret umreißen und verankern? In der »General Assembly« debattieren und entscheiden über diese Fragen die Arbeitsmigrant/innen und sogenannten Wirtschaftsflüchtlinge, die entrechteten Grenzgänger/innen und die überforderten Grenzschützer/innen.

Abgeordnete: Hamze Bytyci (Roma-Aktivist), Christos Giovanopoulos (Mitorganisator der Proteste auf dem Syntagma- Platz in Athen), Cezary Gmyz (polnischer Journalist), Nathan Luc Gwehaye (Journalist aus Kamerun), Joana Reiterer (Aktivistin gegen Menschenhandel), Abou Bakar Sidibé (Filmemacher, Geflüchteter aus Mali) u. a.

LIVESTREAM

 

General Assembly

Auf globaler Ebene existieren keine demokratischen Strukturen, die den Weltmarkt regulieren, völkerrechtliche Verstöße verfolgen oder ökologische Entwicklungen in sinnvolle Bahnen leiten könnten. Die »General Assembly«, die 60 Abgeordnete aus der ganzen Welt in Berlin versammelt, füllt mit ihrem Entwurf eines tatsächlichen Weltparlaments diese Leerstelle. In fünf Plenarsitzungen fragen die Abgeordneten der »General Assembly«, wo wir als Weltgemeinschaft stehen und was zu tun ist – sozial, ökologisch, technologisch, politisch. Was bedeutet politische Souveränität im Zeitalter der Globalisierung? Wie verhalten sich die Interessen der Weltbevölkerung zu den demokratischen Prinzipien der Nationalstaaten? Wessen Forderungen nach Unabhängigkeit, Würde und Glück können zu den Forderungen der ganzen Menschheit werden? An die Stelle eines Lokalparlaments tritt ein Globalparlament, das die Mitglieder der neu gewählten deutschen Regierung auffordert, sich anzuschließen. Das erste Weltparlament der Menschheitsgeschichte, begleitet von einer Gruppe internationaler politischer Beobachter, gipfelt in der Verabschiedung der »Charta für das 21. Jahrhundert«.
Die General Assembly wird live übertragen nach Brüssel (Théâtre National Wallonie-Bruxelles), Gent (NTGent), Hamburg (Thalia Theater), München (SPIELART Festival) und Paris (Théâtre Nanterre-Amandiers).

Programm

Freitag, 3. November, 19–21 Uhr: Eröffnungssitzung
Samstag, 4. November, 10–13 Uhr: 1. Plenarsitzung – Diplomatische Beziehungen, Sanktionen und Kriege
Samstag, 4. November, 13.30–16.30 Uhr: 2. Plenarsitzung – Die Regulierungen der globalen Wirtschaft
Samstag, 4. November, 17–20 Uhr: 3. Plenarsitzung – Migration und Grenzregime
Sonntag, 5. November, 10–13 Uhr: 4. Plenarsitzung – Cultural Global Commons
Sonntag, 5. November, 13.30–16.30 Uhr: 5. Plenarsitzung – Natural Global Commons
Sonntag, 5. November, 17–19 Uhr: Schlusssitzung

Eintritt: jede Sitzung 5 Euro (ermäßigt 2,50), Kombi-Ticket für alle 7 Sitzungen: 25 Euro

Die General Assembly wird live übertragen nach Brüssel (Théâtre National Wallonie-Bruxelles), Gent (NTGent), Hamburg (Thalia Theater), München (SPIELART Festival) und Paris (Théâtre Nanterre-Amandiers).

Weitere Informationen und Livestream der Plenarsitzungen auf www.general-assembly.net

Konzept und Regie: Milo Rau
Recherche und Dramaturgie: Eva-Maria Bertschy
Bühne und Ausstattung: Anton Lukas
Dramaturgische Mitarbeit: Stefan Bläske, Carmen A. J. Hornbostel
Mitarbeit Recherche: Kasia Wojcik
Produktionsleitung: Mascha Euchner-Martinez, Eva-Karen Tittmann
Mitarbeit Produktionsleitung: Thomas Fabian Eder


Die »General Assembly« ist eine Produktion des IIPM – International Institute of Political Murder in Koproduktion mit der Schaubühne am Lehniner Platz, gefördert durch die Kulturstiftung des Bundes, die Spartenoffene Förderung Berlin durch die Senatsverwaltung für Kultur und Europa und die Bundeszentrale für politische Bildung und unterstützt durch Brot für die Welt, European Center for Constitutional and Human Rights – ECCHR, medico international, Rettet den Regenwald und die Rosa-Luxemburg-Stiftung.

In Kooperation mit: Agit Polska, Bahrain Watch, Berlin Postkolonial, Bundesweiter Koordinationskreis gegen Menschenhandel, Club der polnischen Versager, Diem25, European Alternatives, FUTURZWEI, Germanwatch, Gesellschaft für bedrohte Völker, Initiative Schwarze Frauen in Deutschland – ADEFRA, Initiative Schwarze Menschen in Deutschland – ISD, int.ie, Kampagne für ein Parlament bei der UNO / Democracy Without Borders, Kinder- und Jugendparlament Tempelhof-Schöneberg, Kurdische Gemeinde Deutschland, Oficina Precaria Berlin / 15 M, Open Knowledge Foundation Deutschland, Plough Back The Fruits - basflonmin.com, PowerShift, Reporter ohne Grenzen, RomaTrial, Tierfabriken Widerstand, Urgewald, Voix des Migrants, Welthungerhilfe u. v. a.