04.11.2017, 13.30 – 16.30

General Assembly: 2. Plenarsitzung – Die Regulierungen der globalen Wirtschaft

von Milo Rau / IIPM


Der durch unzählige Freihandelsabkommen beförderte globale Waren-, Dienstleistungs- und Kapitalverkehr hat nach 50 Jahren neoliberaler Hegemonie ein dichtes Netzwerk von über die Grenzen der Nationalstaaten hinweg wirksamen, aber ungenügend regulierten Wechselbeziehungen und eine ganze Reihe von problematischen Gesamtentwicklungen hervorgebracht: Menschenrechtsverletzungen von multinationalen Unternehmen werden selten verfolgt, billiger Konsum wird durch Ausbeutung und Landgrabbing möglich gemacht, die Versuche zur Regulierung des Weltmarkts gehen einher mit Protektionismus und Korruption. In der »General Assembly« debattieren und entscheiden über die damit verbundenen politischen Fragen u. a. vertriebene Bergbauern/bäuerinnen, durch westliche Regulierungsmaßnahmen benachteiligte lokale Unternehmer/innen und Regierungsvertreter/ innen, ausgebeutete Textilarbeiter/innen sowie Opfer von Folter und Gewalt.

Abgeordnete: Lúcio Bellentani (ehemaliger Mitarbeiter im VW-Werk Brasilien), Feri Irawan (Aktivist gegen Palmölkonzerne in Indonesien), Khushi Kabir (Aktivistin gegen Shrimpsfarmen in Bangladesch), Kiringai Kamau (Landwirtschaftsunternehmer), Saeeda Khatoon (Pakistanische Textilarbeiterin, Klägerin gegen KiK), Prince Kihangi (Experte für Rohstoffpolitik im Kongo) u. a.

LIVESTREAM

General Assembly

Auf globaler Ebene existieren keine demokratischen Strukturen, die den Weltmarkt regulieren, völkerrechtliche Verstöße verfolgen oder ökologische Entwicklungen in sinnvolle Bahnen leiten könnten. Die »General Assembly«, die 60 Abgeordnete aus der ganzen Welt in Berlin versammelt, füllt mit ihrem Entwurf eines tatsächlichen Weltparlaments diese Leerstelle. In fünf Plenarsitzungen fragen die Abgeordneten der »General Assembly«, wo wir als Weltgemeinschaft stehen und was zu tun ist – sozial, ökologisch, technologisch, politisch. Was bedeutet politische Souveränität im Zeitalter der Globalisierung? Wie verhalten sich die Interessen der Weltbevölkerung zu den demokratischen Prinzipien der Nationalstaaten? Wessen Forderungen nach Unabhängigkeit, Würde und Glück können zu den Forderungen der ganzen Menschheit werden? An die Stelle eines Lokalparlaments tritt ein Globalparlament, das die Mitglieder der neu gewählten deutschen Regierung auffordert, sich anzuschließen. Das erste Weltparlament der Menschheitsgeschichte, begleitet von einer Gruppe internationaler politischer Beobachter, gipfelt in der Verabschiedung der »Charta für das 21. Jahrhundert«.
Die General Assembly wird live übertragen nach Brüssel (Théâtre National Wallonie-Bruxelles), Gent (NTGent), Hamburg (Thalia Theater), München (SPIELART Festival) und Paris (Théâtre Nanterre-Amandiers).

Programm

Freitag, 3. November, 19–21 Uhr: Eröffnungssitzung
Samstag, 4. November, 10–13 Uhr: 1. Plenarsitzung – Diplomatische Beziehungen, Sanktionen und Kriege
Samstag, 4. November, 13.30–16.30 Uhr: 2. Plenarsitzung – Die Regulierungen der globalen Wirtschaft
Samstag, 4. November, 17–20 Uhr: 3. Plenarsitzung – Migration und Grenzregime
Sonntag, 5. November, 10–13 Uhr: 4. Plenarsitzung – Cultural Global Commons
Sonntag, 5. November, 13.30–16.30 Uhr: 5. Plenarsitzung – Natural Global Commons
Sonntag, 5. November, 17–19 Uhr: Schlusssitzung

Eintritt: jede Sitzung 5 Euro (ermäßigt 2,50), Kombi-Ticket für alle 7 Sitzungen: 25 Euro

Die General Assembly wird live übertragen nach Brüssel (Théâtre National Wallonie-Bruxelles), Gent (NTGent), Hamburg (Thalia Theater), München (SPIELART Festival) und Paris (Théâtre Nanterre-Amandiers).

Weitere Informationen und Livestream der Plenarsitzungen auf www.general-assembly.net

Konzept und Regie: Milo Rau
Recherche und Dramaturgie: Eva-Maria Bertschy
Bühne und Ausstattung: Anton Lukas
Dramaturgische Mitarbeit: Stefan Bläske, Carmen A. J. Hornbostel
Mitarbeit Recherche: Kasia Wojcik
Produktionsleitung: Mascha Euchner-Martinez, Eva-Karen Tittmann
Mitarbeit Produktionsleitung: Thomas Fabian Eder


Die »General Assembly« ist eine Produktion des IIPM – International Institute of Political Murder in Koproduktion mit der Schaubühne am Lehniner Platz, gefördert durch die Kulturstiftung des Bundes, die Spartenoffene Förderung Berlin durch die Senatsverwaltung für Kultur und Europa und die Bundeszentrale für politische Bildung und unterstützt durch Brot für die Welt, European Center for Constitutional and Human Rights – ECCHR, medico international, Rettet den Regenwald und die Rosa-Luxemburg-Stiftung.

In Kooperation mit: Agit Polska, Bahrain Watch, Berlin Postkolonial, Bundesweiter Koordinationskreis gegen Menschenhandel, Club der polnischen Versager, Diem25, European Alternatives, FUTURZWEI, Germanwatch, Gesellschaft für bedrohte Völker, Initiative Schwarze Frauen in Deutschland – ADEFRA, Initiative Schwarze Menschen in Deutschland – ISD, int.ie, Kampagne für ein Parlament bei der UNO / Democracy Without Borders, Kinder- und Jugendparlament Tempelhof-Schöneberg, Kurdische Gemeinde Deutschland, Oficina Precaria Berlin / 15 M, Open Knowledge Foundation Deutschland, Plough Back The Fruits - basflonmin.com, PowerShift, Reporter ohne Grenzen, RomaTrial, Tierfabriken Widerstand, Urgewald, Voix des Migrants, Welthungerhilfe u. v. a.