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Hamlet

von William Shakespeare
Regie: Thomas Ostermeier


Deutsch von Marius von Mayenburg
Eine Koproduktion mit dem Festival Athen und dem Festival d'Avignon

Hamlet wird wahnsinnig. Sein Vater ist an einer plötzlichen, seltsamen Krankheit gestorben, die Mutter hat nach nur einem Monat wieder geheiratet, und zwar den Bruder ihres verstorbenen Mannes. Nachts hat Hamlet Visionen von seinem Vater: Der behauptet, sein Bruder habe ihn vergiftet. Nun soll Hamlet für ihn Rache nehmen und den Stiefvater töten. Zuerst spielt Hamlet den Wahnsinnigen, um seine Mordpläne zu verbergen. Dabei verliert er den Boden unter den Füßen. Die Freunde entpuppen sich als Spitzel des Stiefvaters, selbst seine Geliebte Ophelia wird Teil des Komplotts. Der Jäger wird selbst zum Gejagten. Hinter jeder Tapete und jedem Vorhang lauschen die Denunzianten. Der Paranoide wird wirklich verfolgt. Aus gespieltem wird echter Irrsinn, in dem Hamlet schließlich den Falschen tötet: Polonius, Ophelias Vater. Mutter und Stiefvater vertuschen den Mord und ziehen Hamlet aus dem Verkehr. An alledem zerbricht Ophelia und bringt sich um. Erst die Initiative seines Stiefvaters, ihn endgültig zum Schweigen zu bringen, spielt Hamlet die Gelegenheit in die Hände, in einem letzten Amoklauf seine ganze Welt zum Untergang zu zwingen. Im Paradox des handlungsunfähigen Handlungsträgers bietet Shakespeares »Hamlet« eine zeitlos aktuelle Analyse des intellektuellen Dilemmas zwischen komplexem Denken und politischer Tat. In Ostermeiers Inszenierung werden die bis zu 20 Figuren von nur sechs Schauspielern gespielt, die ständig die Rollen wechseln. Der fortschreitende Realitätsverlust Hamlets, seine Desorientierung, die Manipulation von Wirklichkeit und Identität finden so ihre Entsprechung in einer Spielweise, die die Strategie der Verstellung zum Grundprinzip erhebt.

Von: William Shakespeare
Regie: Thomas Ostermeier
Bühne: Jan Pappelbaum
Kostüme: Nina Wetzel
Musik: Nils Ostendorf
Dramaturgie: Marius von Mayenburg
Video: Sébastien Dupouey
Licht: Erich Schneider
Kampfchoreographie: René Lay

Claudius; Geist: Urs Jucker
Hamlet: Lars Eidinger
Gertrud; Ophelia: Jenny König
Polonius; Osrik: Robert Beyer
Horatio; Güldenstern: Sebastian Schwarz
Laertes; Rosenkranz: Franz Hartwig

Dauer: ca. 165 Minuten

(keine Pause)


Gastspiele

Athen (Juli 2008)
Avignon (Juli 2008)
Zagreb (September 2008)
Barcelona (Dezember 2008)
Paris (Januar/Februar 2009)
Sarajevo (Februar 2009)
Amsterdam (Dezember 2009)
Sydney (Januar 2010)
Taipei (März 2010)
Bukarest (April 2010)
Moskau (September 2010)
Seoul (Oktober 2010)
Reims (Dezember 2010)
Rennes (April 2011)
Jerusalem (Juni 2011)
Buenos Aires (September 2011)
Santiago de Chile (Oktober 2011)
Venedig (Oktober 2011)
London (Dezember 2011)
Clermont-Ferrand (Februar 2012)
Craiova (Mai 2012)
Istanbul (Mai 2012)
Helsingör (August 2012)
Ramallah (September 2012)
Lausanne (Oktober 2013)
Dublin (September 2014)
Tianjin (Juni 2015)
Teheran (Januar 2016)



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