Hyperion. Briefe eines Terroristen

nach Friedrich Hölderlin
Regie, Bühnenbild, Licht, Kostüme: Romeo Castellucci


»Es ist unglaublich, dass der Mensch sich vor dem Schönen fürchten soll, aber es ist so«: Von dieser Erkenntnis wird der frühere griechische Freiheitskämpfer Hyperion getroffen. Im Einklang mit der Natur und der antiken Götterwelt aufgewachsen, hat er sich 1770 dem bewaffneten Freiheitsskampf angeschlossen. Aber in der vulgären Brutalität des Kriegsalltags verliert er seine Illusionen, seine Freunde, erlebt den Tod seiner gottgleichen Geliebten Diotima. Entfremdet von der modernen Welt, flüchtet er als Eremit in die Einsamkeit der Natur und sucht Heilung in der Betrachtung ihrer Schönheit. Doch keine Schönheit ist ohne Gefahr.

1797 schrieb Hölderlin seinen Briefroman »Hyperion«: Radikales poetisches Manifest – und zugleich Bekenntnis eines politischen Scheiterns, das den Zusammenbruch der eigenen revolutionären Ideale Hölderlins widerspiegelt. In seiner ersten Arbeit mit einem deutschen Ensemble verwandelt Romeo Castellucci, Gründer des italienischen Theaterkollektivs Socìetas Raffaello Sanzio, Hölderlins lyrische Prosa in eine bildgewaltige szenische Handlung. Hyperion inkarniert sich immer wieder neu in wechselnde weibliche Figuren – und die Briefe aus dem 18. Jahrhundert verwandeln sich in eine sehr heutige Reflexion über Kunst, Religion und Rebellion; über Dichtung als Droge und den Terrorismus der Schönheit.

Regie, Bühne, Licht, Kostüme: Romeo Castellucci
Musik: Scott Gibbons
Dramaturgie: Florian Borchmeyer, Piersandra Di Matteo
Künstlerische Mitarbeit: Silvia Costa

Mit: Rosabel Huguet, Eva Meckbach, Angela Winkler, Luise Wolfram, und Lejna Hoffmann/Amelie Brettschneider sowie Patrick Fuchs, Volker Littwin, Olov Ludwig, Andreas Luge, Martin Willy Müller, Christian Packbier, Thomas Reimann, Mike Rusicke, Benjamin Scharweit, Marco Schulz, Andre Schulz-Schulze, Bernd Weikert, Lasse Winkler, Tammo Winkler (Statisten)

Dauer: ca. 120 Minuten

(keine Pause)