Klassen Feind

von Nigel Williams
Regie: Wulf Twiehaus


Bearbeitet von Jürgen Kruse und Peter Stein unter Benutzung der Übersetzung von Astrid Windorf und August Zirner
Eine Koproduktion mit der Hochschule für Schauspielkunst »Ernst Busch« Berlin

Sechs rebellierende Schüler haben ihre Lehrer terrorisiert und das Klassenzimmer zerstört. Nun warten sie auf einen neuen Lehrer, vor allem, um ihn fertigzumachen. Alle, die bisher die Klasse unterrichten sollten, haben aufgegeben. Während sie warten, gibt jeder der Schüler eine Unterrichtsstunde über ein Thema seiner Wahl. Scheinbar harmlose, profane Inhalte wie Blumenkästen oder Kochen offenbaren Hoffnungen, Wünsche und Ängste der Schüler, aber auch Spannungen und Aggressionen innerhalb der Gruppe. Fetzer und Vollmond sind die Meinungsführer der Klasse, und ihre Einstellungen scheinen unversöhnlich zu sein: auf der einen Seite der prügelnde und pöbelnde Fetzer, der nach eigenem Bekunden »voll auf Hass gegen jeden« ist. Auf der anderen Seite Vollmond, der auch dann noch einen Hoffnungsschimmer sieht, »wenn ’se die Straßen mit Kacke gepflastert haben, weil’s Gold gerade mal wieder alle ist.« Die Aggressivität untereinander eskaliert in einem blutigen Konflikt, als sie erfahren, dass man sie aufgegeben hat – dass kein Lehrer mehr kommen wird. Es folgt der Zusammenbruch – sie warten weiter bei offener Tür, aber die Schule ist aus.
Fünfundzwanzig Jahre nach der berühmt gewordenen Bearbeitung von Peter Stein und Jürgen Kruse an der Schaubühne kommt »Klassen Feind« als Koproduktion mit der Hochschule für Schauspielkunst »Ernst Busch« wieder auf den Spielplan. Es hat sich wenig an der Grundsituation verändert – nur die Wut der Mädchen ist gewachsen.