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Leonce und Lena

Ein Lustspiel von Georg Büchner
Realisation: Patrick Wengenroth


Ein Schauspieler steht allein auf der Bühne und macht das, was Schauspieler dann gern zu tun pflegen – er hält einen großen Monolog. Aber diesmal nicht für das Publikum, sondern für sich selbst: »Komm Leonce, halte mir einen Monolog, ich will zuhören. Mein Leben gähnt mich an ... Mein Kopf ist ein leerer Tanzsaal, einige verwelkte Rosen auf dem Boden, geborstene Violinen in der Ecke, die letzten Tänzer haben die Masken abgenommen und sehen mit todmüden Augen einander an.« Wie man seinen Worten entnehmen kann, strotzt er vor guter Laune und Selbstbewusstsein, badet sich in dem Schönsten und Höchsten, was ihm außer der Langeweile geblieben ist – seiner Sprache. Schon die alte und tote Tante Shakespeare wusste, »es kann noch schlimmer gehn; ’s ist nicht das Schlimmste / Solang’ man sagen kann: Dies ist das Schlimmste ...« Und wenn man denkt, jetzt geht nichts mehr, kommt von irgendwo ein Narr daher und belästigt einen mitten in der schönsten Melancholie mit einem Dialog. Besagter Narr hat bereits einige Flaschen dramatischer Klassiker nebst Wein intus. Sein Name ist Valerio und er weiß Bescheid: »Diese Flasche ist keine Geliebte, keine Idee, sie wird nicht langweilig, wird nicht treulos, sie bleibt eins vom ersten Tropfen bis zum letzten. Du brichst das Siegel und alle Träume, die in ihr schlummern, sprühen dir entgegen.« Und einer dieser seligen Träume ist die Illusion der Liebe, mit deren Hilfe der Mensch die harte Nuss seiner Sterblichkeit immer wieder aufs Neue zu knacken versucht. Der Nussknacker heißt Lena und trägt ein Brautkleid. Sie redet nicht viel, aber sie denkt sich ihren Teil und stellt die alles entscheidende Menschheits-Frage: »Meine Lieben, ist denn der Weg so lang?«

In seiner neuen Inszenierung begibt sich Patrick Wengenroth auf den Planeten Büchner und findet dort ein herrlich krudes Album auf dem Plattenteller der Weltliteratur, das in seinem Zitat-Reichtum eher einer Hip-Hop-Scheibe als einem herkömmlichen Theaterstück ähnelt. Setzen wir uns also schöne Masken auf und lassen die Puppen ordentlich tanzen, zum Beat der Totenuhr in unserer Brust ... 

Dauer: ca. 120 Minuten

(keine Pause)



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