MOLIERE

von Feridun Zaimoglu, Günter Senkel und Luk Perceval
Regie: Luk Perceval


Der Menschenfeind - Don Juan - Tartuffe - Der Geizige
Eine Koproduktion der Schaubühne am Lehniner Platz mit den Salzburger Festspielen

one man, one life, one love

Alceste, ein Mann mit Prinzipien, Träumen und Idealen, der die Lüge und Schmeichelei hasst. Ein Mann, der an der Maßlosigkeit seiner eigenen moralischen Ansprüche an die Gesellschaft zerbricht und am Ende vor lauter Ekel aus der Stadt flüchtet.
Don Juan, ein abgeklärter Mann, der auf dem Land lebt, der sich voller Verachtung von den Konventionen der Gesellschaft verabschiedet hat, ein Eroberer ohne Moral, der die Frauen benutzt und problemlos Reue heuchelt und eine religiöse Bekehrung vortäuscht, um die eigene Haut zu retten.
Tartuffe, ein Mann, genauso lüstern, der die religiöse Heuchelei perfektioniert hat und sich in das Herz des von ihm verachteten Bürgertums begibt, um die Eitelkeit seiner Mitmenschen auszunutzen und so ein Vermögen zu erobern.
Hapargon, der Bürger am Ziel seines Traumes von Reichtümern, dem allein sein Vermögen Glück schenkt und dem es egal ist, dass er seine lebensfrohen Kinder erstickt.

Alceste, Don Juan, Tartuffe, Hapargon: ewige Außenseiter mit einer ambivalenten Beziehung zur Gesellschaft, die sie verachten, der sie entfliehen, die sie suchen und benutzen. Feridun Zaimoglu, Günther Senkel und Luk Perceval haben eine Fassung der vier großen Charakterkomödien geschrieben, in der die Protagonisten die gleiche Person sind und die Stücke Stationen eines einzigen Lebensweges zeigen. Luk Perceval inszeniert diese Reise vom Idealismus zum Zynismus und Egoismus mit Thomas Thieme in der Hauptrolle.

Feridun Zaimoglu, 1964 in der Türkei geboren, lebt als Schriftsteller und Drehbuchautor in Kiel. Zu seinen Büchern gehören "Kanak Sprak", "Koppstoff", "Abschaum" und "Leyla". 2002 wurde er mit dem Friedrich-Hebbel-Preis ausgezeichnet.
Günther Senkel, Jahrgang 1958, lebt in Kiel und arbeitet seit 1997 als freier Autor. Zusammen mit Feridun Zaimoglu schrieb er die Bearbeitungen von Shakespeares »Othello« und Wedekinds »Lulu«, die von Perceval an den Münchner Kammerspielen inszeniert wurden.