05.10.2015, 19.30

Streit ums Politische: »Antikapitalismus als Wunsch und Wirklichkeit. Nachrichten aus der Arbeitswelt«

Heinz Bude im Gespräch mit Klaus Dörre (Soziologe, Jena)


Arbeiter in der Automobilbranche glauben, dass ihr Betrieb effizient ist, die Mitbestimmung funktioniert und die Firma eine Idee von Fürsorge für ihre Mitarbeiter besitzt. Aber sie hegen Zweifel, wie lange das noch so gut gehen wird. Denn da draußen tobt ein Raubtier- und Pumpkapitalismus, der alles in den Abgrund reißen kann. Wenn die vielleicht privilegiertesten Facharbeiter Europas so denken und fühlen, welche Vorstellungen wird dann erst der Rest der arbeitenden Bevölkerung in Deutschland und Europa haben? Der Stand des Gegenwartskapitalismus wird offenbar mit einer wachsenden Skepsis gegenüber denen erkauft, die die Werte schaffen und die Produkte verteilen. 

Klaus Dörre, geboren 1957, lehrt am Institut für Soziologie der Universität Jena Arbeits-, Industrie- und Wirtschaftssoziologie. Arbeitsschwerpunkte sind u. a. Kapitalismustheorie/Finanzmarktkapitalismus, flexible und prekäre Beschäftigung, Partizipation in Unternehmen, Arbeitsbeziehungen und Strategic Unionism. Letzte Buchveröffentlichung: Dörre, Klaus / Lessenich, Stephan / Rosa, Hartmut (2015): Sociology, Capitalism, Critique. London/New York: Verso.

Die neue Serie in der Reihe Streit ums Politische beschäftigt sich mit den Entstehungsgründen und Ausdrucksformen des »heimatlosen Antikapitalismus«, den manche fürchten, auf den manche aber auch hoffen. An vier Abenden im September und Oktober diskutiert Heinz Bude mit seinen Gästen.


In Kooperation mit: