14.06.2015, 12.00

Streitraum: »Die Lust am Töten«

Klaus Theweleit und Thomas Ostermeier im Gespräch mit Carolin Emcke


In seinem neuen Buch »Das Lachen der Täter« entwickelt der Kulturtheoretiker Klaus Theweleit seine Analysen zu männlichen Gewaltphantasien weiter und untersucht an Beispielen – von Anders Breivik bis zum IS – welche Rolle der Lust am Töten darin zukommt. Theweleit interessiert sich vor allem für strukturelle Ähnlichkeiten zwischen den Tätern ganz verschiedener Bewegungen und Milieus, er verweist auf Muster von Männlichkeit und Dominanz, von den Ritualen des Feierns und Bejubelns der eigenen Taten – und eben auf das Lachen der Täter. Die ideologischen Kontexte, die religiösen und politischen Rechtfertigungen scheinen Theweleit dagegen austauschbar. Was bedeuten Theweleits Analysen für den politischen Diskurs über Gewalt? Was bedeuten diese Überlegungen für Bilder von Männlichkeit oder Weiblichkeit, Vorstellungen von Körperlichkeit, die im Film, im Theater, in der Kunst reproduziert oder gewandelt werden können? Mit welchen politischen oder ästhetischen Strategien ließen sich neue, andere Phantasien entwickeln? 

Klaus Theweleit, geb. 1942 in Ebenrode (Ostpreußen). Studium der Germanistik, Anglistik und Musikwissenschaft in Kiel und Freiburg. 1976 Promotion mit der Dissertationsschrift »Freikorpsliteratur: Vom deutschen Nachkrieg 1918−1923« an der Universität Freiburg, welche dem 1977/1978 erschienen zweibändigen Werk »Männerphantasien« als Grundlage diente. Lehraufträge am Institut für Soziologie der Universität Freiburg, sowie Professur für Kunst und Theorie an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Karlsruhe von 1998–2008. Weitere Lehraufträge in Österreich, in der Schweiz und in den USA. Als freier Schriftsteller beschäftigt er sich u. a. mit Faschismus-, Gewalt- und Medientheorien, Gender Studies und dem Komplex von Kunst und Macht. 2003 erhielt er den Johann-Heinrich-Merck-Preis für literarische Kritik und Essay. Zuletzt erschien »Das Lachen der Täter: Breivik u.a. – Psychogramm der Tötungslust« (2015).


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