17.01.2016, 12.00

Streitraum: Europa und das Recht auf Asyl

Carolin Emcke im Gespräch mit Julia Duchrow (Brot für die Welt), Nather Henafe Alali (Student der Zahnmedizin), Nora Markard (Juniorprofessorin für Öffentliches Recht, Völkerrecht und Global Constitutionalism), Frank Nürnberger (Leiter der Erstaufnahmestelle Eisenhüttenstadt)


Der Krieg in Syrien dauert an und die Not der Geflüchteten, die sich auf den Weg aus ihrem Land gemacht haben und in Europa Schutz suchen, auch. Wie hat sich Europa in dieser Situation verändert? Wurde mit der Aufnahme der syrischen Geflüchteten das Recht auf Asyl bestätigt oder wird es nach und nach eher unterwandert? Wird Europa im Zuge der Entwicklung offener oder geschlossener? Wie können die Standards in den Flüchtlings-Unterkünften human gestaltet werden? Welche Folgen haben die Anschläge in Paris für die Diskussion um das Recht auf Asyl? Welche Ängste und Sorgen lösen sie bei den syrischen Geflüchteten aus?

Julia Duchrow (geboren 1971in Genf) studierte Jura in Saarbrücken, Genf und Köln. 1998promovierte sie zum völkerrechtlichen Minderheitenschutz. Von 2001–11war sie asylpolitische Referentin bei Amnesty International in Berlin und war neben den flüchtlingsrechtlichen Fragen bei der Organisation auch mit dem Themenbereich Terrorismusbekämpfung und Menschenrechte befasst. Seit 2011ist sie Leiterin des Referats für Menschenrechte und Frieden bei Brot für die Welt in Berlin. Sie ist Mitglied des Koordinierungskreises gegen Menschenhandel im

Nather Henafe Alali (geboren 1989in Deir Azzor, Syrien) ist Student und Menschenrechtsaktivist. 2012 wurde er vom Assad-Regime inhaftiert und musste sein Studium der Zahnmedizin abbrechen. Er war als Feldreporter tätig und schreibt seit 2013 für arabische Zeitungen und Online-Nachrichtendienste. Von 2013–14 arbeitete er für syrische Hilfsorganisationen und internationale NGOs zwischen Syrien und der Türkei, wo er außerdem ein Praktikum in Konfliktbewältigung und Organisationsführung absolvierte. Seit 2014 ist er in Berlin zur Fortführung seines Studiums.

Nora Markard (geboren 1978 in Berlin) studierte Jura in Berlin und Paris und erwarb in London einen MA in International Peace & Security. Ihre Promotion zum Thema »Kriegsflüchtlinge« an der Humboldt-Universität zu Berlin wurde mit dem Humboldt-Preis und dem Marie-Elisabeth-Lüders-Wissenschaftspreis des DJB ausgezeichnet. Seit 2014 ist sie Juniorprofessorin für Öffentliches Recht, Internationales Recht und Global Constitutionalism an der Universität Hamburg. Sie forschte außerdem an der Uni Bremen und der Columbia University in New York. Sie ist u. a. Mitglied des Netzwerks Migrationsrecht und der European Commission for Sexual Orientation Law.

Frank Nürnberger (geboren 1971) leitet die Zentrale Ausländerbehörde (ZABH) in Eisenhüttenstadt und ist damit verantwortlich für die Erstaufnahmeeinrichtung für Asylsuchende in Brandenburg und die dortige Abschiebungshafteinrichtung. Nürnberger ist Jurist und kam nach unterschiedlichen Stationen in der Justizvollzugs-, Straßenbau- und Luftfahrtverwaltung Mitte des Jahres 2013 zur ZABH. Zu dieser Zeit sah sich die Behörde massiver Kritik in der Öffentlichkeit ausgesetzt. 

Dolmetscher für Arabisch/Deutsch: Günther Orth und Youssef Hijazi


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