07.02.2016, 12.00

Streitraum: Die Politik der Solidarität

Carolin Emcke im Gespräch mit Eva Illouz


Was ist die Aufgabe einer jüdischen Intellektuellen in Israel? Wie balanciert sich das Verhältnis zwischen Universalismus und dem Partikularismus der Zugehörigkeit zu einer bestimmten Gruppe oder einer bestimmten Geschichte? Welche Forderungen nach Gleichheit und Solidarität ergeben sich aus dieser Position? In ihrem jüngsten Buch »Israel« diskutiert die israelische Soziologin Eva Illouz auf beeindruckend offene und selbstkritische Weise die Rolle der jüdischen Intellektuellen und ihre Aufgabe, strukturelle Ungerechtigkeiten und Benachteiligungen zu kritisieren – ganz gleich, wer von ihnen betroffen ist.

Eva Illouz (geboren 1961 in Fès) studierte Soziologie, Literaturwissenschaft und Kommunikationswissenschaft in Paris, Jerusalem und Pennsylvania. Auf ihre erste Veröffentlichung »Der Konsum der Romantik. Liebe und die kulturellen Widersprüche des Kapitalismus« (1997) folgten die Bücher »Gefühle in Zeiten des Kapitalismus. Adorno-Vorlesungen 2004« (2006), »Die Errettung der modernen Seele. Therapien, Gefühle und die Kultur der Selbsthilfe« (2009), »Warum Liebe weh tut. Eine soziologische Erklärung« (2011) und »Die neue Liebesordnung. Frauen, Männer und Shades of Grey« (2013). Ihr neuestes Werk »Israel«, ein Essayband, erschien im Frühjahr 2015. Darin zeichnet sie auf Grundlage der aktuellen politischen Entwicklungen des Landes und eigener Erfahrungen ein drastisches Bild der israelischen Gesellschaft: Wachsende Identifikation mit Ethnie und Religion, so die These, drohen den liberalen Charakter der Gesellschaft zu gefährden. Die viel beachteten und kontrovers diskutierten Essays sind gleichermaßen Analyse und Plädoyer für eine offene Gesellschaft. Seit 2006 lehrt Eva Illouz als Professorin für Soziologie an der Hebräischen Universität von Jerusalem und war von 2012–15 als erste Frau Präsidentin der Bezalel Academy for Art and Design. Sie wurde 2013 mit dem Anneliese MaierForschungspreis der Alexander von Humboldt-Stiftung ausgezeichnet. 

Dolmetscherinnen: Lilian-Astrid Geese und Gyda Thurow


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