08.10.2017, 12.00

Streitraum: Wissen und Macht

Carolin Emcke im Gespräch mit Bethany Wiggin (Professorin für Environmental Humanities und Mitbegründerin des Projekts DataRefuge) und Ulf Buermeyer (Vorsitzender der Gesellschaft für Freiheitsrechte)


Die Spielzeit 2017/2018 wird sich mit den gegenwärtigen Konstellationen und Wechselwirkungen von Wissen und Macht, aber auch Unwissen und Ohnmacht widmen. Dabei beschäftigen uns zunächst die systematischen Fragen nach der Manipulierbarkeit, der Zensur, der Unterwanderung von Wissen(schaft) durch autoritäre Regime und politische Bewegungen. In den Vereinigten Staaten ist seit der Amtsübernahme von Präsident Donald Trump zu beobachten, wie der Kanon des Wissens und der Aufklärung partiell in Frage gestellt wurde. Was als wissenschaftlich belegt gilt, was als kollektive Erkenntnis gelten und zur Grundlage politischer Entscheidungen werden kann, was als allgemein verfügbare Informationen im Netz gesammelt und präsentiert werden kann – all das wurde und wird zu Konflikt-Feldern. Mit welchen Strategien lassen sich die Freiheit der Forschung und des Wissens schützen, wie lassen sich die schwindenden Räume der Informationsfreiheit und Wissensdaten verteidigen?

Ulf Buermeyer (*1976, Osnabrück) ist Vorsitzender der Gesellschaft für Freiheitsrechte und arbeitet als wissenschaftlicher Mitarbeiter des Berliner Verfassungsgerichtshofs. Er studierte Jura und Politikwissenschaft mit dem Schwerpunkt Europarecht und wurde mit einer Arbeit zur informationellen Selbstbestimmung promoviert. 2007 war er Richter am Amtsgericht Tiergarten, seit 2008 ist er Richter am Landgericht Berlin. 2014 erwarb er einen Master of Laws an der Columbia University in New York. Buermeyer ist Fellow des Centre for Internet and Human Rights in Frankfurt/Oder. Gemeinsam mit Philip Banse gestaltet er den tagespolitischen Podcast Lage der Nation.

Bethany Wiggin (*1972, Maine) ist Professorin für Germanistik, Englische Literatur und Komparatistik an der University of Pennsylvania. Ihre Forschungsschwerpunkte liegen an der Schnittstelle zwischen Vormoderne und zeitgenössischem theoretischem Diskurs, besonders in der transnationalen Literatur, Übersetzung und Mehrsprachigkeit sowie den Environmental Humanities. Lehraufträge führten sie u. a. nach Princeton, Stanford, Tennessee und Münster. 2014/15 war sie Visiting Fellow im Centre for Advanced Studies der LMU München. Im selben Jahr gründete sie das interdisziplinäre Penn-Programm Environmental Humanities in Pennsylvania, ein Kollektiv aus Wissenschaftler_ innen, Studierenden, Professor_innen und Künstler_innen, die zum Verhältnis von Mensch und Umwelt forschen. 2016 gründeten sie gemeinsam die Plattform datarefuge.org, ein Online-Projekt zur Rettung und Archivierung wissenschaftlicher Daten zum Klimawandel und anderer Umweltthemen unter der Regierung Donald Trumps.


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