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Trauer muss Elektra tragen

von Eugene O´Neill
Regie: Thomas Ostermeier


Lavinia wartet sehnsüchtig auf ihren Vater Ezra Mannon, der im Krieg ist. Sie hat herausgefunden, dass ihre Mutter Christine in Abwesenheit des Vaters ein Verhältnis mit Adam Brant angefangen hat. Lavinia war selbst in Adam Brant verliebt gewesen, der sie aber nur umschwärmt hatte, um seine Beziehung mit Christine zu verschleiern. Jetzt hasst ihn Lavinia und hofft, nach der Rückkehr ihres Vaters Rache nehmen zu können. Aber Christine kommt ihr zuvor: In der Nacht seiner Heimkehr vergiftet sie ihren Mann. Dieser Mord setzt eine unerbittliche Mechanik von Gewalt und Schuld in Gang, in deren Verlauf die gesamte Familie Mannon ausgelöscht wird. Außer Lavinia, die als einzige übrig bleibt, um im Leben mit der Schuld ihre Bestrafung zu suchen: »Hier allein mit den Toten zu leben, das ist ein härterer Akt der Gerechtigkeit als Tod oder Gefängnis!«. Unter dem Eindruck des ersten Weltkriegs hat O’Neill zwischen 1929 und 1931 eine moderne Version der »Orestie« geschrieben. Gab es bei Aischylos noch die metaphysische Instanz der Götter, die in die schuldhaften Verstrickungen der Menschen bestrafend und erlösend eingriffen und zuletzt mit dem Gericht über Orest eine menschlich-zivilisatorische Form der Entsühnung göttlich legitimierten, ist der moderne Mensch O’Neills auf sich gestellt und mit den Konsequenzen seiner Schuld allein gelassen. Die Atriden der »Orestie« wurden verflucht, weil sie in ihrer Hybris die Autorität der Götter nicht anerkannten. O’Neill hat den Ursprung der Tragödie vom Olymp auf die Erde geholt. »Schicksal entspringt aus der Familie« hat er 1930 geschrieben. Schicksal wird nicht mehr verhängt, es entsteht aus dem Triebleben der Protagonisten selbst, das bestimmt ist durch inzestuöse Familienbindungen und die Traumatisierungen des Krieges. Die Dynamik dieser tragischen Zwangsläufigkeit hat O’Neill in einer großen, mehrere Generationen umspannenden Trilogie nachgezeichnet.

Regie: Thomas Ostermeier
Bühne: Jan Pappelbaum
Kostüme: Bernd Skodzig
Musik: Lars Eidinger
Dramaturgie: Marius von Mayenburg

Peter: André Szymanski
Hazel: Daniela Holtz
Lavinia: Katharina Schüttler
Orin: Rafael Stachowiak
Christine, seine Frau: Susanne Lothar
Ezra Mannon: Thomas Thieme
Adam Brant: Axel Wandtke



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