Troilus und Cressida

von William Shakespeare
Regie: James Macdonald


Deutsch von Michael Wachsmann

Seit vor sieben Jahren Paris die schöne Helena
geraubt hat, belagern die Griechen Troja und streben nach Rache. Doch der Kampf stagniert, und die Kampfmoral ist nicht mehr das, was sie einmal war. Im griechischen Lager vögelt Achilles mit seinem Geliebten Patroklus statt zu kämpfen, während der Feldherr Agamemnon versucht, seine mangelnde Autorität mit kühner Kriegsrhetorik zu vertuschen. Auch bei den Trojanern gibt es erste Anzeichen von Ermüdung, und Hektor stellt infrage, ob der Kriegsaufwand wirklich im Verhältnis zum Wert Helenas steht. Inmitten der Belagerung Trojas verliebt sich der trojanische Prinz Troilus in Cressida, Tochter des Verräters Calchas, der zu den Griechen geflohen ist und auf die Auslieferung seiner Tochter drängt. Cressidas Onkel Pandarus arrangiert eine erfüllende Liebesnacht, doch schon am nächsten Tag wird Cressida gegen einen trojanischen Gefangenen ausgetauscht und ins griechische Lager geschickt, wo Diomedes sie umwirbt…
Bei Shakespeares Schilderung des berühmtesten Krieges der Geschichte gibt es weder mythische
Helden noch Tugend oder Idealismus. Gegen das rhetorische Pathos der Kriegsherren setzt Shakespeare eine gnadenlos realistische Kriegshandlung, in der moralisch korrupte Feiglinge versuchen, ihr Leben so angenehm wie möglich zu gestalten. »Troilus und Cressida« zeigt ein Geflecht von persönlichen und politischen Verstrickungen, einen Krieg, der wegen der Liebe eines Mannes zu einer eitlen und kaltblütigen Frau entsteht, aus Verbissenheit und Gewohnheit fortgesetzt wird und dessen Gewalt sämtliche menschlichen Beziehungen zerrüttet, jugendliche Träume zerstört und Hoffnungen vernichtet.

Regie: James Macdonald
Bühne und Kostüme: Stefan Hageneier
Musik: Paul Lemp
Kämpfe: Klaus Figge
Dramaturgie: Maja Zade
Licht: Erich Schneider

Aeneas: Christian Sengewald
Nestor: Wolf Aniol
Paris: Ronald Kukulies
Menelaus: Felix Römer
Agamemnon: Falk Rockstroh
Antenor: Matthias Reichwald
Calchas: n.n.
Ulysses: Jörg Hartmann
Pandarus: Thomas Bading

Helena: Jenny Schily
Diomedes: Markus Gertken
Patroclus: David Ruland
Ajax: Heiko Senst
Cassandra: Ursina Lardi, Claudia Geisler-Bading
Andromache: Christina Geiße
Cressida: Jule Böwe
Achilles: Kay Bartholomäus Schulze
Troilus: Lars Eidinger
Hector: Mark Waschke
Thersites: Robert Beyer
Priamos: Jenny König

Myrmidonen: Harald Riegert, Josef Hoffmann, Martin Winkel, Niklas Polhans, Gunter Kurz