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Zur Geschichte des Festivals bis 2010

Die Baracke am Deutschen Theater und die »Wochen Neuer Internationaler Dramatik«

Als Thomas Ostermeier und Jens Hillje 1996 die Künstlerische Leitung der Baracke am Deutschen Theater in Berlin übernahmen, begannen sie bald darauf mit der Vorstellung von neuen internationalen Stücken. In kleineren Festivals, den »Wochen Neuer Internationaler Dramatik«, stellten sie die neue französische, englische, amerikanische und russische Dramatik in szenischen Lesungen vor. Kleinere Gastspiele aus z.B. England, Frankreich und Russland ergänzten das Programm dieser Festivals. Insgesamt gab es von 1996 bis 1999 an der Baracke sechs solcher Mini-Festivals. Diese »Wochen der neuen Dramatik« verschafften dem deutschsprachigen Publikum Zugang zu bislang unbekannten Autoren und Stücken, die Eingang in zahlreiche Spielpläne deutschsprachiger und europäischer Theater fanden. Sie trugen in einem erheblichen Umfang dazu bei, der zeitgenössischen internationalen Dramatik einen neuen Stellenwert zu geben.

FIND 2000-2010

FIND 2000

F.I.N.D. 1 im November 2000 an der Schaubühne setzte die Zusammenarbeit mit international renommierten Autoren und Theatergruppen fort, die bereits an der Baracke am Deutschen Theater begonnen hatte. Das Festival präsentierte Entdeckungen und Entwicklungen der internationalen Gegenwartsdramatik in szenischen Lesungen von Stücken u.a. aus Frankreich, den USA und England und in internationalen Gastspielen von u.a. der Theatergruppe ZT Hollandia unter der Leitung von Johan Simons und des russischen Autors und Schauspielers Jewgeni Grischkowez.

 

FIND 2001

Beim F.I.N.D. 2 im Dezember 2001 vertieften sich bereits im ersten Jahr geschlossene Kontakte: für die Einrichtung der szenischen Lesungen von neuen Stücken wurden Regisseure aus Australien, England und Litauen eingeladen, um sie mit Theatertexten u.a. aus Japan, Finnland und Amerika und dem Ensemble der Schaubühne zusammenzuführen. Vier Schauspieler fuhren zum Kretakör Theater in Budapest, um dort mit ungarischen Schauspielern und dem Regisseur Arpad Schilling ein Phädra-Projekt zu erarbeiten. Außerdem waren Produktionen aus Kroatien (Theater ITD/Zagreb) und Spanien (La Carnicería Teatro/Madrid, Leitung Rodrigo García) an der Schaubühne zu Gast.

FIND 2003

F.I.N.D. 3 im Januar 2003 hatte vier Schwerpunkte: Amerika, Skandinavien, das holländisch/flämische Theater und neueste deutsche Stücke. In szenischen Lesungen wurden Stücke aus Island und Schweden vorgestellt. Zu Gast waren Theatergruppen aus Belgien, Holland, Schottland und Spanien.

FIND 2004

F.I.N.D. 4 im Januar 2004 stand unter dem Motto »Unsere Art zu Leben« und setzte sich mit den Phänomenen von Gewalt, Krieg, Ökonomie und Mediendemokratie in der Gegenwart und in der jüngsten Vergangenheit auseinander und den damit verbundenen Konsequenzen für das Individuum. Das Motto war Falk Richters Stückezyklus »Das System« entliehen, es ist Teil des Stücketitels »Electronic City - unsere Art zu leben«. »Electronic City« wurde neben anderen Arbeiten von Falk Richter während des Festivals gezeigt. Wir präsentierten außerdem neue deutsche Stücke von u.a. Marius von Mayenburg und Franz Xaver Kroetz, neue Stücke aus Australien und England und zeigten Gastspiele aus Schweden, Spanien und Norwegen.

FIND 2005

Den Schwerpunkt von F.I.N.D. 5 bildete die zeitgenössische Dramatik aus Asien. Wir präsentierten Stücke, Gastspiele, Autoren und Regisseure u.a. aus Japan, China und Singapur. Als wiederkehrendes Thema tauchte das Spannungsverhältnis zwischen Tradition und Moderne auf. Aus westlicher Perspektive beleuchteten Stücke und Gastspiele aus Kanada, Schottland, England und Argentinien die Lebensbedingungen der modernen Großstadt.

FIND 2006

F.I.N.D. 6 stand unter dem Motto »Orient Express« und präsentierte die junge Theaterszene aus Budapest, Bukarest, Sofia und Istanbul. Neben szenischen Lesungen schrieben internationale Autoren für das von der Schaubühne konzipierte Projekt »Orient Express« Geschichten über eine fiktive transeuropäische Zugreise. Zu Gast waren außerdem Autoren aus Frankreich und England. Falk Richter präsentierte sein neues Stück »Ausnahmenzustand«.

FIND 2007

Der Fokus von F.I.N.D. 7 lag auf neuen Stücken aus Israel. Die israelisch-palästinensische Region ist einer der weltpolitisch brisantesten Krisenherde, der aus historischer Perspektive eng mit der deutschen Vergangenheit verwoben ist. Dies war der Ausgangspunkt unserer Beschäftigung mit neuen Stücken aus dem Nahen Osten. Präsentiert wurden u.a. Stücke von Ido Bornstein, Hillel Mittelpunkt und Yael Ronen, die im folgenden Jahr die deutsch-israelisch-palästinensische work-in-progress- Produktion »Dritte Generation« erarbeitete.

FIND 2008

Im November 2008 fand an der Schaubühne das achte Festival Internationale Neue Dramatik F.I.N.D. 8 mit dem »Fokus Palästina« statt, in dessen Zentrum die Auseinandersetzung mit der palästinensischen Theaterszene stand.
Durch die Präsentation von Theaterstücken und Theaterformen aus Palästina sowie die intensive Zusammenarbeit mit palästinensischen Künstlern wurde der Versuch unternommen, sich der künstlerischen Auseinandersetzung mit einer äußerst brisanten Lebenswirklichkeit zu stellen. Trotz der schwierigen Arbeitsbedingungen für palästinensische Künstler ist neben dem arabisch-hebräischen Theater in Israel auch im Westjordanland eine interessante Theaterlandschaft entstanden. Die Theaterschaffenden haben sehr unterschiedliche Möglichkeiten entwickelt, sowohl mit der alltäglichen politischen Situation als auch mit den Konflikten und Brüchen innerhalb der eigenen Gesellschaft künstlerisch umzugehen. Ihre Arbeiten bewegen sich im Spannungsfeld der Ideologien, Kulturen und Religionen – der Tradition und Moderne.
Der »Fokus Palästina« setzte somit die äußerst erfolgreiche und fruchtbare Präsentation israelischen Theaters im März 2007 an der Schaubühne fort.

FIND 2009

Im März 2009 fand das »Internationale Autorenfestival zu Identität und Geschichte - Digging deep and getting dirty« statt:
1919–1929–1939–1949–1989–2009: In einem Jahr der Jahrestage widmeten sich sechs Autoren aus fünf Ländern dem Experiment, aus der Beschäftigung mit der Geschichte über die Gegenwart zu schreiben. Identität, individuell und kollektiv, kulturell und politisch, wird in den entstandenen Dramen zu einem zentralen Thema und zum Anlass eines Spiels auf vielen Ebenen. Das Publikum war eingeladen, die Inszenierungen dieser neuen Stücke während unseres zehntägigen Autorenfestivals zu entdecken. Zu sehen waren »Dritte Generation« von Yael Ronen & the Company, eine Ko-Produktion der Schaubühne und dem Habima Theatre Israel: Yael Ronen analysiert mit einer Gruppe von israelischen, palästinensischen und deutschen Schauspielern den Gordischen Knoten, der das Verhältnis dieser drei Nationen bestimmt. Begriffe wie Erinnerung, Schuld, Täter und Opfer sowie ihre Bedeutung für uns heute werden hinterfragt – sowohl im öffentlichen als auch im privaten Gebrauch. Außerdem war der Schaubühnen-Hausautor, Dramaturg und Regisseur Marius von Mayenburg mit zwei Produktionen vertreten. »Der Stein« von Marius von Mayenburg zeichnet die verschlungenen Lebenslinien der Bewohner eines Hauses in Dresden zwischen 1935 und 1993 nach. Die Szenen springen kühn zwischen den Zeiten und münden in eine sehr menschliche Geschichte von Schuld, Verdrängung und Umdeutung der Vergangenheit in einer deutschen Familie. »Die Tauben« von David Gieselmann ist das Gewinnerstück des Komödienwettbewerbs im Rahmen von »60 Jahre Deutschland«; inszeniert wurde das Stück von Marius von Mayenburg. »Ich will hier weg«, sind Robert Bertrands erste Worte in »Die Tauben«. Kurze Zeit später ist er tatsächlich weg. Doch dann erscheint François Bertrand, Roberts taubenzüchtender Halbbruder, und weckt romantische Gefühle bei Roberts Frau Gerlinde sowie bei der holländischen Tresorknackerin Silja. Außerdem zu sehen waren »Todo« (UA) und »Buenos Aires« von Rafael Spregelburd, sowie Mark Ravenhills »Over There« (UA), Dorota Masłowskas »Wir kommen gut klar mit uns« (UA) sowie eine Produktion der freien Gruppe Turbo Pascal: »Wir werden wieder wer gewesen sein«.

FIND 2010

F.I.N.D.10 im März 2010 stand im Zeichen der »Drei Amerikas«. Ausgehend vom 200. Jahrestag der Unabhängigkeitskämpfe in den ehemaligen spanischen Kolonien des amerikanischen Kontinents wurden im Rahmen des Festivals die verschiedenen spanisch-, englisch- und französischsprachigen Theatertraditionen vorgestellt. Ziel war es, durch den Fokus des Theaters die künstlerische Reflektion über die sozialen, ökonomischen und kulturellen Konflikte dieses Erdteils zu beleuchten, die ihn zum Laboratorium für die Auseinandersetzung um die zukünftige Verfasstheit einer globalisierten Welt machen. Es wurden Gastspiele der argentinisch-stämmigen Theatermacher Rodrigo García, Rafael Spregelburd sowie »Verbrennungen« des Frankokanadiers Wajdi Mouawad gezeigt. In szenischen Lesungen wurden neue Stücke aus Mexiko, den USA und mit großem Erfolg die Adaption des chilenischen Jahrhundertromans »2666« von Roberto Bolaño, eingerichtet von Alex Rígola, präsentiert. Patrick Wengenroth beschäftigte sich in einem Projekt aus europäischer Perspektive mit »The Americas – War oft he worlds«. Die Podiumsdiskussion »Streitraum Spezial – Die Amerikas« brachte Theatermacher und Theoretiker ins Gespräch mit dem Festivalpublikum.

Stückewettbewerb

Die Schaubühne am Lehniner Platz veranstaltete bis 2010 jährlich einen Stückewettbewerb. Aus den Einsendungen des Stückewettbewerbs wählte die Dramaturgie der Schaubühne ein Stück aus, das dann im Rahmen des kommenden Festivals Internationale Neue Dramatik (F.I.N.D.) als szenische Lesung in der Regie eines namhaften Regisseurs vorgestellt wurde.

2003

Aus den eingesendeten Stücken wählte die Jury, bestehend aus der Dramaturgie der Schaubühne und dem Hausautor Marius von Mayenburg, die 20jährige Gerhild Steinbuch mit ihrem Text »kopftot«.

2004

Christoph Nußbaumeder gewinnt den 2. Stückewettbewerb 2004. »Mit dem Gurkenflieger in die Südsee« wurde Mitte März 2005 beim 5.Festival Internationale Neue Dramatik (F.I.N.D. 5 vom 16. bis 20. März 2005) in einer szenischen Lesung von Thomas Ostermeier vorgestellt.

2005

Die Siegerin des 3. Stückewettbewerbs ist Johanna Kaptein. Die Jury prämierte ihr Stück »Die Geschichte von St. Magda«.
»Die Geschichte von St. Magda« wurde am 19. März 2006 beim 6. Festival Internationale Neue Dramatik (F.I.N.D. 6 vom 16. – 19. März 2006) in einer szenischen Lesung von Thomas Ostermeier vorgestellt.

2006

Aus den eingesendeten Stücken wählte die Jury, bestehend aus der Dramaturgie der Schaubühne und dem Hausautor Marius von Mayenburg, Lorenz Langenegger mit seinem Text »Rakows Dom«.

2007

Nina Ender gewinnt mit »Die Wissenden« den 5. Stückewettbewerb. Im Rahmen des 8. Festivals Internationale Neue Dramatik wird das Stück in einer szenischen Lesung präsentiert.

2009

Der Gewinner des 6. Stückewettbewerbes ist Christian Winkler. Sein Stück »In den Arkaden« wurde am 7. März im Rahmen von »F.I.N.D.10 - Die drei Amerikas« in einer szenischen Lesung präsentiert.

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