Pressemeldung der Hochschule für Schauspiel-kunst »Ernst Busch«Lange Nacht der Opern und Theater: Lust auf mehr?Schaubühne unterstützt Spendenaufruf des ungarischen Klubrádió50 Jahre SchaubühneTrauer um Thomas LanghoffJürgen Schitthelm erhält den Preis des Internationalen Theaterinstituts Mitteilung: Juliano Mer Khamis in Jenin getötetSpendenaufruf Jenin
Pressemeldung der Hochschule für Schauspielkunst »Ernst Busch«
WIR SIND SCHON DA.nur der Bau noch nichtNiederschöneweide, Schnellerstraße 104. Vor der Hochschule für Schauspielkunst “Ernst Busch“ ist nur rot-weißes Absperrband zu sehen. Um die Puppenspielabteilung in der Parkaue in Lichtenberg ebenfalls, ebenso wie in der Belforter Straße vor dem bat-Studiotheater im Prenzlauer Berg. Von den Probebühnen kein Laut. Der Bewegungsraum leer. In der Puppenwerkstatt glotzen nur die toten Augen der Puppen vor sich hin. Keiner da, der sie zum Leben erweckt. Das spielt ab heute nämlich an einem anderen Ort.
Inmitten der Diskussion um den Bau des Zentralstandorts treten die Studierenden in den Streik. Sie wollen nicht warten bis die Politiker die Notwendigkeit begreifen. Sie gehen in die Offensive und gründen heute kurzerhand ihre eigene Akademie. Genau an dem Ort, der ihnen seit fünf Jahren versprochen wird, in der Chausseestraße in Mitte.
„Wir sind schon da, nur der Bau noch nicht“ ist ihr Schlachtruf. Die Aktion geht weit über puren Protest hinaus. Mit einem Manifest gewappnet entwerfen die Studierenden einen Ort, an dem sie gemeinsam spielen, lernen und forschen wollen. Was gestern noch Brachland vor den ehemaligen Opernwerkstätten in Mitte war, wird heute eine freie Akademie. Von den Studierenden selbst gegründet und basisdemokratisch organisiert. Keineswegs ein leichtes Unterfangen, wenn 150 Leute über einen gemeinsamen Spielplan abstimmen. Die Akademie soll aus verschiedenen Workshops, offenen Proben, Diskussionsforen, Performances, Ausstellungen und Installationen bestehen.
Dabei haben sich nicht nur die vier Abteilungen der Hochschule (Schauspiel, Puppenspiel, Regie und Choreographie) vereinigt, sondern sie bekommen auch Unterstützung von allen anderen Kunsthochschulen in Berlin. Weißensee hat sich angekündigt, gleich mehrere Studiengänge der Udk werden kommen. Auf vielen Websites anderer Schauspielschulen lassen sich Solidaritätsbekundungen finden, die Facebookseite platzt aus allen Nähten. Der Ruf der Studenten reicht bis Straßburg und Rennes. Ein Filmteam der Schauspielschule in Sydney begleitet die Bewegung seit der ersten Stunde.
Sie alle begreifen das Theater als politischen Raum. Die Studiengänge im Bereich Theater sind aufeinander angewiesen, die räumliche Trennung der „Busch“-Studierenden behindert seit Jahren den Austausch.
Nun werden neue Formen der Zusammenarbeit entworfen und direkt auf dem improvisierten Campus umgesetzt.
Das Manifest der Studierenden: „Theater ist eine Ensemblekunst. Wir brauchen keine Regie-Monarchen oder Schauspieler als Bühnenbeamte, Puppenspiel und Choreographie sind keine Abseits- und Zuarbeiterdisziplinen. Wir brauchen eine gemeinsame AKADEMIE. Eine AKADEMIE, die nicht nur handwerklich exzellent ausbildet, sondern ein GEMEINSAMES Lernen und Arbeiten ermöglicht. Es ist an der Zeit, das Theater von morgen zu bauen statt die bröcklige Fassade von vorgestern zu sanieren. Eine solche Kraft können wir nur gemeinschaftlich entwickeln.“
Weitere Informationen auf www.facebook.com/derbauhfs
Lange Nacht der Opern und Theater: Lust auf mehr?
Während der Langen Nacht der Opern und Theater zeigen wir Auszüge aus ausgewählten Produktionen an der Schaubühne. Wollen Sie die komplette Inszenierung sehen? Dann kommen Sie wieder! Kurzentschlossene belohnen wir jetzt mit vergünstigten Karten: Gegen Vorlage Ihres Tickets zur Langen Nacht der Opern und Theater erhalten Sie ab heute für die Vorstellungen von »Perplex«, »Das wohltemperierte Klavier«, »Bunny« und »Hamlet« bis einschließlich 22.5.2012 ein um 50% ermäßigtes Ticket. Ihre Begleitung zahlt 25% weniger.Diese Aktion gilt heute während der Langen Nacht am 28.4.2012 sowie an allen Tagen bis zur jeweiligen Vorstellung. Diese Ermäßigungen sind mit anderen regulären Ermäßigungen nicht kombinierbar.
Schaubühne unterstützt Spendenaufruf des ungarischen Klubrádió
Ágnes Heller, Ivan Nagel, Paul Lendvai und András Schiff diskutierten mit Carolin Emcke im Januar intensiv im Streitraum der Schaubühne zum Thema »Antisemitismus in Ungarn – was tun?« Nachdem im Publikum der Wunsch entstand, den Widerstand in Ungarn zu unterstützen, sprach sich Ágnes Heller für eine Unterstützung der unabhängigen Medien im Land aus und erwähnte namentlich das regimekritische Klubrádió, dessen Existenz seit Langem gefährdet ist. Nun droht dem Sender tatsächlich das Aus. Die Schaubühne unterstützt den Spendenaufruf und bittet um Ihre Mithilfe. Informieren Sie sich hier.50 Jahre Schaubühne
Liebes Publikum,dieses Jahr ist für uns ein besonderes, denn im September 2012 feiert die Schaubühne ihr 50-jähriges Bestehen. Seit 1962 hat das Haus Theatergeschichte geschrieben – zunächst am Halleschen Ufer, seit 1981 am Lehniner Platz. Inszenierungen wie »Die Orestie«, »Die Bakchen«, »Triumph der Liebe«, »Der einsame Weg«, »Körper«, »Nora«, »Hamlet«, »TRUST« und »Maß für Maß« haben das Haus geprägt. Mit der Übernahme der Künstlerischen Leitung durch Thomas Ostermeier in der Spielzeit 1999/2000 ist es gelungen, das internationale Renommee der Schaubühne weiterzuentwickeln. Mit mehr als 30 Gastspielen in aller Welt in jeder Spielzeit zählt die Schaubühne im In- und Ausland zu den führenden deutschsprachigen Bühnen.
Diese bewegte Geschichte unseres Hauses möchten wir in einem Bildband mit Besetzungen, positiven wie negativen Kritiken und Fotos dokumentieren. Dafür brauchen wir Ihre Unterstützung! Wir haben für das Projekt ein Sonderkonto eingerichtet und freuen uns sehr, wenn Sie zur Entstehung dieses Stücks Zeitgeschichte beitragen:
Schaubühne am Lehniner Platz
»50 Jahre Schaubühne«
Kontonummer 0927522811
Commerzbank Berlin BLZ 100 800 00
Hier können Sie mit einem Klick einen Betrag Ihrer Wahl, wie bei einer Kartenbuchung, auf das Sonderkonto "überweisen", entweder im Lastschriftverfahren oder mit Ihrer Kreditkarte. Außerdem können Sie im Online-Ticketingsystem neben Ihrer Kartenbuchung einen Betrag in den Warenkorb legen. Für die Buchung wählen Sie aus der Veranstaltungsliste einfach »Beitrag 50 Jahre Publikation« ganz am Ende der Liste.
Die Unterstützer der Jubiläumspublikation werden auf Wunsch namentlich genannt. Für ausführliche Informationen wenden Sie sich bitte an Maren Dey, Leiterin PR/Marketing: mdey@schaubuehne.de Tel.: 030 89002 147.
Wir trauern um den verstorbenen Theaterleiter und Regisseur Thomas Langhoff.
Thomas Ostermeier, Künstlerischer Leiter der Schaubühne: »Seiner Initiative ist es zu verdanken, dass 1996 Jens Hillje und ich zusammen mit unserem jungen Team die Möglichkeit zum Aufbau der »Baracke« des Deutschen Theaters erhielten – einer wichtigen Basis meiner Arbeit auch an der Schaubühne.Thomas Langhoffs Vertrauen in unsere Arbeit war die Grundlage dafür, dass aus diesem Ort etwas Besonderes werden konnte, auch wegen seines großen Interesses an einer ernsthaften Theaterarbeit. Seine Arbeit war stets von großer Menschlichkeit geprägt. Auch deshalb werden wir Thomas Langhoff in besonderer Erinnerung behalten.«
Berlin, 20. Februar 2012
Jürgen Schitthelm erhält den Preis des Internationalen Theaterinstituts zum Welttheatertag (27. März 2012)
Das Internationale Theaterinstitut – Zentrum Deutschland verleiht seinen Preis zum Welttheatertag an Jürgen Schitthelm.Jürgen Schitthelm gehört zu den großen Theaterleitern in Deutschland. Leben und Wirken sind untrennbar mit der Geschichte und Gegenwart der Schaubühne am Lehniner Platz verbunden, die er am Halleschen Ufer in Berlin-Kreuzberg als Ensemble mit gründete und bis heute ebenso kontinuierlich wie maßgeblich geprägt hat. Über fünf Jahrzehnte hat er mit außergewöhnlichen Künstlern die Schaubühne als Haus von herausragendem nationalem und internationalem Ansehen aufgebaut und in Qualität und Ausstrahlung erhalten. Zugleich war er im Vorstand und als Vizepräsident des Internationalen Theaterinstituts ein leidenschaftlicher und verdienstvoller Brückenbauer zwischen Theaterkulturen.
Mit dem Preis des Internationalen Theaterinstituts werden anlässlich des Welttheatertages (27. März) herausragende Persönlichkeiten des Theaterlebens in Deutschland ausgezeichnet, deren Wirken in besonderer Weise auf die Darstellenden Künste weltweit ausgestrahlt.
Bisherige Preisträger waren Klaus Michael Grüber, George Tabori, die Mülheimer Theatertage, die Hauptredaktion Theater und Musik des Zweiten Deutschen Fernsehens, Karl-Ernst Herrmann, Pina Bausch, Hans Werner Henze, Peter Palitzsch, Thomas Langhoff, Tankred Dorst, Siegfried Matthus, William Forsythe, Gert Voss, Achim Freyer, Volker Ludwig und das GRIPS-Theater, Adolf Dresen, das Internationale Forum Junger Bühnenangehöriger und Manfred Linke, das Theater an der Ruhr, Frank Castorf, Nele Hertling, Kurt Hübner, Heiner Goebbels, Peter Konwitschny, Andrzej Wirth, Jürgen Gosch, Christoph Marthaler, Anna Viebrock und Dea Loher.
Mitteilung: Juliano Mer Khamis in Jenin getötet
5. April 2011Mit großer Erschütterung haben wir die Nachricht der Ermordung von Juliano Mer Khamis vernommen. Der israelisch-palästinensische Theatermacher, Schauspieler und Filmregisseur wurde vor seinem Freedom Theatre in Jenin durch mehrere Schüsse getötet. Das Freedom Theatre und die Schaubühne sowie ihre beiden Leiter Juliano Mer Khamis und Thomas Ostermeier verband eine enge Freundschaft.
Die Mutter von Mer Khamis hatte während der ersten Intifada im Flüchtlingslager Jenin mit den Kindern und Jugendlichen das Freedom Theatre aufgebaut, bis es 2002 von der israelischen Armee zerstört wurde. Juliano Mer Khamis hat die Arbeit seiner Mutter 2006 wieder aufgenommen und damit ein beispielhaftes Theaterprojekt geschaffen. Das Freedom Theatre ist ein Ort des künstlerischen Ausdrucks für junge Palästinenser in den besetzten Gebieten geworden. Die Schaubühne hat das Engagement Mer Khamis´ unterstützt: Im Oktober 2009 fand ein Gastspiel des Freedom Theatre an der Schaubühne statt und kommenden Herbst wird die neue Produktion von Mer Khamis hier gezeigt.
»Dieser sinnlose Tod lässt alle, die Juliano, sein Engagement und seine Unerschrockenheit kannten, mit großer Bestürzung und Trauer zurück. Mein ganzes Mitgefühl gilt seiner Familie und seinen Mitarbeitern vom Freedom Theatre. Die Schaubühne wird weiterhin versuchen, mit den befreundeten Theatermachern der besetzten Gebiete zu kooperieren und somit der Kultur als Dialog in dieser Region eine Chance zu geben«, so Thomas Ostermeier. »Die Nachricht von Julianos Tod erreichte uns inmitten der Planung eines Workshops: Mit meinem »Hamlet«-Ensemble und den Schauspielern und Mitarbeitern des Freedom Theatre wollte ich in Jenin arbeiten.«
Im Gedenken an Juliano Mer Khamis zeigte die Schaubühne am Freitag, 8. April sowie am Sonntag, 10. April 2011 im Anschluss an die Vorstellung von »Dritte Generation« (eine Produktion der Schaubühne und des Habima National Theatre unter der Beteiligung von jüdischen und palästinensischen Israelis und deutschen Schauspielern) den Dokumentarfilm »Arnas Kinder« über Mer Khamis´ Mutter und ihre Arbeit als Begründerin des Freedom Theatre.
Schaubühne unterstützte Spendenaufruf für Freedom Theatre Jenin
Erfolgreiche Spendensammlung für das Freedom Theatre Jenin aus PalästinaDas Freedom Theatre aus dem Flüchtlingslager Jenin in Palästina kämpft seit der Ermordung seines Gründers und Leiters Juliano Mer Khamis im April 2011 ums Überleben und befindet sich in einer akuten finanziellen Notlage.
Aus diesem Grund unterstützt die Schaubühne einen Spendenaufruf der Menschenrechtsorganisation medico international für das Freedom Theatre.
Die seit Anfang des Monats laufende Sammelaktion wurde gestern abgeschlossen. Insgesamt haben die Besucher der Schaubühne rund 9000 Euro gespendet. Dieses Geld wird nun über medico international an das Freedom Theatre übergeben.
Am Dienstag, den 27. September 2011 ging auch das viertätige Gastspiel des Freedom Theatre an der Schaubühne zu Ende. Alle vier Vorstellungen der Produktion »Sho Kman – Was noch?« waren ausverkauft.
Über das Konto der Hilfsorganisation medico international besteht weiterhin die Möglichkeit, für das Freedom Theatre zu spenden:
medico international
Spendenkonto 1800
Frankfurter Sparkasse
BLZ 500 502 01
Das Spendenstichwort lautet: Israel/Palästina FT
Mehr Informationen unter
www.medico.de/freedomtheatre
www.thefreedomtheatre.org



