11-20-2017, 07.30   > Ticket

Streit ums Politische: Auf der Suche nach dem Allgemeinen

Heinz Bude im Gespräch mit Christoph Menke (Professor für Philosophie, Goethe-Universität Frankfurt)


Nach traditioneller Auffassung ist die Instanz des Allgemeinen der Staat: Was alle Bürger gemeinsam und gleichermaßen betrifft, wird durch ihre politische Teilnahme am Staat verbindlich festgelegt und durchgesetzt. Was dagegen die Einzelnen als besondere ausmacht und unterscheidet, gehört ins Feld der Gesellschaft. Diese scheinbar klare Unterscheidung ist seit einiger Zeit brüchig geworden. Das wird häufig als befreiend beschrieben: Die Politik ist nicht mehr an den Staat gebunden und kann sich dadurch der Vielfalt je besonderer gesellschaftlicher und kultureller Anliegen öffnen. Aber was wird dadurch aus der Idee, dass die Politik dort beginnt, wo nicht mehr bloß viele besondere Individuen ihre Interessen vertreten, sondern jede und jeder als Teil eines Ganzen agiert: wo Einzelne nicht als Einzelne, sondern »als Alle« (Marx) reden, urteilen und handeln?


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