login | edit
schaubühne berlin

B.K. Tragelehn


Der 1936 in Dresden geborene Schriftsteller und Regisseur B.K. Tragelehn war Meisterschüler bei Bertolt Brecht und Erich Engel. 1961 löste Tragelehns Inszenierung und Uraufführung von Heiner Müllers Stück »Die Umsiedlerin oder das Leben auf dem Lande« einen Skandal aus. Ihm wurden antikommunistische und konterrevolutionäre Tendenzen vorgeworfen, die Inszenierung nach einer Vorstellung verboten. Tragelehns Bemühungen, sich in der DDR für das gesellschaftlich Neue zu engagieren, quittierte die SED mit dem seinem Ausschluss aus der Partei und einer Bewährung im Braunkohletagebau. Nach Intervention von Paul Dessau durfte er ab 1964 wieder als Regisseur arbeiten. Ruth Berghaus holte ihn 1972 ans Berliner Ensemble, wo Tragelehns Inszenierung von »Fräulein Julie« (mit Einar Schleef als Co-Regisseur und Bühnenbildner) 1975 erneut zum Eklat führte. Es war für eine lange Zeit Tragelehns letzte Regiearbeit in der DDR - weitere Theaterengagements versagte man dem Mitunterzeichner der Biermann-Petition. Nach dieser künstlerischen Degradierung im Osten setzte Tragelehn seine Theaterarbeit seit 1979 in Westdeutschland mit Inszenierungen von Moliere, Shakespeare und Stücken von Heiner Müller fort. 1989 kehrte er nach Berlin zurück. 1990 erhielt er gemeinsam mit Einar Schleef den Fritz-Kortner-Preis. Neben seiner Theaterarbeit hat er sich auch einen Namen als Übersetzer von Shakespeare und als Lyriker gemacht. 1997-98 war er Präsident des Deutschen P.E.N.-Zentrums (Ost). Er ist Vorsitzender der Internationalen-Heiner-Müller-Gesellschaft.