20090629 > Die Spielzeit 2009/10 an der Schaubühne
Fünf Regisseure, zwei Choreographinnen, ein Chefdramaturg und eine Regisseurin – die nächste Spielzeit hat viele neue Gesichter.Sie beginnt mit »Die Nibelungen« von Friedrich Hebbel. Marius von Mayenburg, Hausautor und Regisseur (»Die Tauben«), inszeniert das Stück mit einer jungen Besetzung: Seine Nibelungen sind Anfang zwanzig. Falk Richter nimmt nach zehn Jahren die Zusammenarbeit mit der niederländischen Choreographin Anouk van Dijk wieder auf. Nach ihrem ersten gemeinsamen Projekt »Nothing Hurts« untersuchen sie in »Trust« die Unsicherheit menschlicher Beziehungen in Zeiten der Krise. Anouk van Dijk steht mit ihren Tänzern und Ensemblemitgliedern der Schaubühne nach langer Zeit auch wieder selbst als Tänzerin auf der Bühne.
Und es geht weiter. Zum ersten Mal wird Volker Lösch in Berlin inszenieren. In »Berlin Alexanderplatz. Eine freie Bühnenbearbeitung der Schaubühne Berlin des Romans von Alfred Döblin mit Chören von Volker Lösch und dem Ensemble» arbeitet er mit dem Ensemble des Theaters und einem Chor von Ex-Sträflingen. Auch Ivo van Hove, Regisseur und Direktor des Theaters »Toneelgroep Amsterdam« wird zum ersten Mal in dieser Stadt arbeiten und Molières »Menschenfeind« inszenieren. Jossi Wieler spürt dem Fluch des Feuerbringers »Prometheus« in der antiken Tragödie von Aischylos nach. Constanza Macras nimmt sich in »Megalopolis« das Leben in den Megastädten vor. Friederike Heller, die neue Geschäftsführende Dramaturgin der Schaubühne, inszeniert Brechts »Der gute Mensch von Sezuan«. Benedict Andrews (zuletzt mit »Endstation Sehnsucht« an der Schaubühne) zeigt im Februar seine neue Produktion. Der künstlerische Leiter Thomas Ostermeier wird im März inszenieren. Im STUDIO schließlich ist Patrick Wengenroth (»Planet Porno«) mit einem dreiteiligen Projekt über Schiller neu dabei.
Chefdramaturg der Schaubühne ist ab der nächsten Spielzeit Bernd Stegemann, Professor an der Hochschule für Schauspielkunst »Ernst Busch« und früher als Dramaturg am Theater am Turm (TAT) in Frankfurt am Main und am Deutschen Theater tätig.
Mehr Informationen finden Sie in unserer Premierenzeitung. Für Interviewanfragen wenden Sie sich gerne an Johanna Lühr, um noch vor der Spielzeitpause (12. Juli bis 20. August) Gesprächstermine zu vereinbaren.
Vorschau auf die Produktionen der Spielzeit 2009/10
(Änderungen vorbehalten)
»DIE NIBELUNGEN«
Friedrich Hebbel
Regie: Marius von Mayenburg
Premiere am 13. September 2009
»TRUST«
– ein Projekt von Falk Richter und Anouk van Dijk
Regie/Choreographie: Falk Richter/Anouk van Dijk
Premiere am 10. Oktober 2009
Eine Koproduktion mit anoukvandijk.dc/Amsterdam
»PROMETHEUS; GEFESSELT«
von Aischylos
Regie: Jossi Wieler
Premiere am 26. November 2009
»DIE EHE DER MARIA BRAUN«
nach einer Vorlage von Rainer Werner Fassbinder
Regie: Thomas Ostermeier
Übernahme einer Produktion der Münchner Kammerspiele
Ab November 2009
»BERLIN ALEXANDERPLATZ«
Eine freie Bühnenbearbeitung der Schaubühne Berlin des Romans von Alfred Döblin mit Chören von Volker Lösch und dem Ensemble
Regie: Volker Lösch
Premiere am 13. Dezember 2009
»MEGALOPOLIS«
von Constanza Macras
Regie und Choreographie: Constanza Macras
Premiere im Januar 2010
Koproduktion mit CONSTANZA MACRAS | DORKYPARK
Eine neue Inszenierung von Benedict Andrews
Premiere im Februar 2010
F.I.N.D.
Festival für Internationale neue Dramatik
vom 4.-7. März 2010
Eine neue Inszenierung von Thomas Ostermeier
Premiere im März 2010
»DER GUTE MENSCH VON SEZUAN«
von Bertolt Brecht
Regie: Friederike Heller
Premiere im April 2010
»DER MENSCHENFEIND«
von Molière
Regie: Ivo van Hove
Premiere im Mai 2010
IM STUDIO
»WAS KANN EINE GUTE STEHENDE SCHAUBÜHNE EIGENTLICH WIRKEN? – Ein Wegweiser durch das bürgerliche Leben«
von und mit Friedrich Schiller
Realisation: Patrick Wengenroth
Premiere 1. Teil 15.9.09
Premiere 2. Teil im November 2009
Premiere 3. Teil im Dezember 2009
Extra am 3. Oktober 2009
»KLASSEN FEIND«
von Nigel Williams
Regie: Wulf Twiehaus
Eine Koproduktion mit der Hochschule für Schauspielkunst „Ernst Busch“
Premiere im Dezember 2009
»ENTGRENZUNG VON ARBEIT UND LEBEN - Ein Projekt von Frank Oberhäußer«
Premiere im Februar 2010
Jugendtheaterpojekt von »Die Zwiefachen«, Leitung Uta Plate
Premiere im Juni 2010
+++NEU DABEI+++
...in der Dramaturgie
+ + Bernd Stegemann, seit 2008 Gastdramaturg an der Schaubühne, war als Chefdramaturg am Theater am Turm (TAT) in Frankfurt am Main und als Dramaturg am Deutschen Theater in Berlin, bei den Salzburger Festspielen, auf Kampnagel Hamburg, bei den Wiener Festwochen, den Ruhrfestspielen in Recklinghausen, am Schauspielhaus Bochum und am Düsseldorfer Schauspielhaus. Er ist Professor für Theatergeschichte und Dramaturgie an der Hochschule für Schauspielkunst »Ernst Busch« in Berlin und neuer Chefdramaturg der Schaubühne. + Friederike Heller, Jahrgang 1974, studierte bei Jürgen Flimm an der Hamburger Regieschule. Mit ihrer Burgtheater-Inszenierung »Untertagblues« von Peter Handke war sie Gast der »Stücke ´05« bei den Mühlheimer Theatertagen und wurde im selben Jahr von »Theater heute« zur Nachwuchsregisseurin des Jahres gewählt. Sie wird geschäftsführende Dramaturgin der Schaubühne. ++
...im Schauspielensemble
++ Wieder zurück ist Ernst Stötzner, Jahrgang 1952. Vor dreißig Jahren kam er durch Peter Stein ins Ensemble der Schaubühne und arbeitete hier mit Luc Bondy, Robert Wilson und Klaus Michael Grüber. Später spielte er als eine der Protagonisten in vielen Inszenierungen von Jürgen Gosch und wurde 2007 mit dem Gertrud-Eysoldt-Ring für die Rolle des Puck in Shakespeares »Ein Sommernachtstraum« ausgezeichnet. + Frisch von der Schauspielschule »Ernst Busch« kommen Franz Hartwig, Jahrgang 1986, und Tilman Strauß, 1980, in das Ensemble. Tilman Strauß ist im STUDIO der Schaubühne in »Die Räuber« von Friedrich Schiller zu sehen. + Vom Theater Konstanz wechselt Nico Selbach, geboren 1978. Er studierte Klavier an der Universität der Künste Berlin und Schauspiel an der Hochschule für Musik und Theater Hannover. Neben seiner Arbeit als Schauspieler schreibt und produziert er Theater- und Filmmusik. + Niels Bormann, Jahrgang 1973, war schon oft als Gast beim Festival Internationale Neue Dramatik (F.I.N.D.) an der Schaubühne zu sehen, zuletzt in der »Dritten Generation«. + Sebastian Nakajew, 1976 in Eisenhüttenstadt geboren, spielte am Theater Oberhausen, in den »Dresdner Webern« am Staatsschauspiel Dresden in einer Inszenierung von Volker Lösch und war zuletzt Ensemblemitglied am Staatsschauspiel Stuttgart. ++
