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schaubühne berlin

Aktuell - 7. Stückewettberb der Schaubühne 2010/11

Die Schaubühne veranstaltet 2010/11 zum siebten Mal einen Stückewettbewerb.

Teilnahmebedingungen:
Angenommen werden unaufgeführte deutschsprachige Stücke. Die Autoren sind verpflichtet, der Schaubühne eventuelle Änderungen am Status ihrer Stücke während der Bewerbungsfrist mitzuteilen. Angenommen wird jedes Jahr nur ein Stück pro Autor.

Von den Autoren werden neben dem Stücktext ein kurze Zusammenfassung des Stückes und ein Lebenslauf verlangt.

Aus organisatorischen Gründen behält es sich die Dramaturgie vor, keine Einsendungen per Email anzunehmen und keine telefonischen Auskünfte zum Stand der Diskussion zu geben. Auch Kommentare zu den einzelnen Stücken sind aus Zeitgründen nicht möglich. Wir bitten um Verständnis dafür, dass die eingesandten Stücke nicht zurückgeschickt werden können.

Bewerbungsfrist: 31.12.2010

Bitte senden Sie Ihre Stücke an:

Schaubühne am Lehniner Platz
Stichwort: »Stückewettbewerb«
z.Hd. Nils Haarmann
Kurfürstendamm 153
10709 Berlin

Auch Stücke, die nicht explizit für den Wettbewerb eingesandt werden, nehmen automatisch daran teil.

Idee

Die Schaubühne am Lehniner Platz veranstaltet jährlich einen
Stückewettbewerb.

Seit 1999 bemüht sich die Schaubühne um die Unterstützung junger und in Deutschland noch unbekannter Dramatiker/innen: so das alljährlich stattfindende Festival Internationale Neue Dramatik (F.I.N.D.) oder die Kooperation mit dem Kulturkreis der deutschen Wirtschaft im BDI e.V. zur Förderung von Theaterautoren.

Aus den Einsendungen des Stückewettbewerbs wählt die Dramaturgie der Schaubühne ein Stück aus, das dann im Rahmen des kommenden Festivals Internationale Neue Dramatik (F.I.N.D.) als szenische Lesung in der Regie eines namhaften Regisseurs vorgestellt wird. Die Schaubühne hat nach der szenischen Lesung eine Option von drei Monaten auf das Stück.

2009

Der Gewinner des 6. Stückewettbewerbes ist Christian Winkler. Sein Stück »In den Arkaden« wurde am 7. März im Rahmen von »F.I.N.D.10 - Die drei Amerikas« in einer szenischen Lesung präsentiert.

Zum Stück:
Erik bricht erschöpft und ausgebrannt auf der Straße zusammen. Zum Glück sind drei Ärzte, Dr. Brodler, Dr. Kopper und Dr. Harter zur Stelle. Ihre Meinung ist einhellig: Erik muß zur Kur, und zwar in einer Vergnügungsanlage am Rande der Stadt. Erik macht sich auf zum Wunderwest Erholungspark, wo er auf einmal Eric heißt. Das Unterhaltungsangebot ist überwältigend, aber als Eric von einer Attraktion, die Skymaster heißt hört, ist er wie besessen. Er macht sich auf die Suche nach dem Skymaster und merkt nach und nach, dass das Leben eine verblüffende Ähnlichkeit mit dem Trubel auf einem Rummelplatz hat …

Zum Autor
Christian Winkler *1981 in Graz, Autor und Regisseur, studierte szenisches Schreiben in Graz. Er ist der Gewinner des 6. Stückewettbewerbs an der Schaubühne.

2007

Der Wahnsinn der Welt
Nina Ender gewinnt mit »Die Wissenden« den 5. Stückewettbewerb

Die Jury des 5. Stückewettbewerbs der Schaubühne hat gewählt: Gewinnerin der diesjährigen Ausschreibung ist die junge deutsche Autorin Nina Ender mit ihrem Stück »Die Wissenden«. Im Rahmen des 8. Festivals Internationale Neue Dramatik wird das Stück in einer szenischen Lesung präsentiert.

Die Jury, bestehend aus der Dramaturgie der Schaubühne sowie dem Hausautor Marius von Mayenburg, lobt die furchtlose und komplexe Auseinandersetzung mit einem diffizilen Thema und den überraschenden Humor des Stücks. »Die Wissenden« besticht nach Meinung der Jury durch eine Fülle vielschichtig verwobener Figuren und Geschichten.

Die szenische Lesung von »Die Wissenden« findet beim Festival Internationale Neue Dramatik (F.I.N.D.8 - Fokus Palästina) im Oktober 2008 statt.

Das Stück
Paula Schenk, geborene Schwenk, ist Französischlehrerin am Rande des Nervenzusammenbruchs. Ihr Mann Michael macht neurologische Experimente, unter anderem mit dem mehrfach schwerstbehinderten Ralph, dem Bruder einer Schülerin. Durch eine zufällige Begegnung zwischen Ralph und Paula und eine unachtsame Bemerkung beginnt das Leben der Lehrerin zu zerfallen. Die Spätabtreibung eines behinderten Babys lastet immer schwerer auf Paula und während Michael neue wissenschaftliche Erfolge erringt und mit einer ihrer Lehrerkolleginnen schläft, trifft Paula auf ein Mädchen, das ihrem todkranken Vater Sterbehilfe leisten will…
Das Stück stellt die Frage nach dem Wert eines Menschenlebens, wann ein Leben lebenswert ist und wann nicht. »Die Wissenden« erforscht den Wahnsinn der Welt und den Wahnsinn derer, die darin leben.

Die Autorin
Nina Ender, geboren 1980 in Erlangen, hat gerade ihr Studium des Szenischen Schreibens an der Universität der Künste Berlin abgeschlossen. Für ihr Kurzdrama »Der Katze den Kuchen reichen« (Regisseur UA: Jan-Christoph Gockel) erhielt sie den Publikumspreis beim DRAMA KÖLN 2005, mit dem Stück »Neues Land« nahm sie beim Stückemarkt-Workshop des Berliner Theatertreffens 2005 und am Wochenende der Jungen Dramatiker an den Münchner Kammerspielen 2006 teil. Im gleichen Jahr wurde Nina Ender zum FORUM JUNGER AUTOREN EUROPAS der Theaterbiennale Wiesbaden / Neue Stücke aus Europa 2006 eingeladen, wie auch zu den Werkstatttagen des Burgtheaters. Ihr Stück »Beta« (Regie: Jan-Christoph Gockel) ist Teil der »Deutschlandsaga« im Studio der Schaubühne.

2006

Aus den eingesendeten Stücken wählte die Jury, bestehend aus der Dramaturgie der Schaubühne und dem Hausautor Marius von Mayenburg, Lorenz Langenegger mit seinem Text »Rakows Dom«.

Rakow will einen gigantischen Dom bauen: dreimal so groß wie ein Fußballfeld, doppelt so hoch wie ein Baukran und eine Kuppel mit dem Umfang einer Finnenbahn. Sogar die Künstler, deren Ateliers dem Prachtobjekt weichen müssen, setzen sich für den Dombau ein. Er ist in ihren Augen ein zukunftsweisender Akt der Kunst, der mit einer Hochzeit als Performance eröffnet werden soll. Rakow bestimmt, dass sein rebellischer Sohn ein Mädchen von der Kunsthochschule heiraten soll. Doch Rakow Juniors Zuneigung zu ihr beruht einzig auf der Tatsache, dass sie seiner geliebten Schwester Jelena ähnlich sieht, die auf einer mysteriösen Kur in Jalta ist. Aber das größte Problem ist der Pfarrer, der sich gegen den Dom wehrt. Die Gemeinde sei einfach zu klein und der Organist zu schlecht für eine Domorgel. Dieses Hindernis muss Frau Stadtpräsidentin aus dem Weg räumen, da Rakow die Stadt zu verlassen droht, wenn der Bau verhindert wird. Zwar braucht die Stadt keinen Dom, aber sie braucht Rakow: sein Geld, seine Steuern, seine Investitionen. Rakow ist das alles egal, solange der Dom die Beseitigung seiner Tochter verschleiert und die umhergehenden Gerüchte verstummen lässt.
Der junge Schweizer Autor Lorenz Langenegger beschreibt mit Rakows Dom den Irrsinn des Glaubens an Geld und Macht, die Absurditäten politischer Mechanismen und die große Verdrängung einer Familienlüge.

Lorenz Langenegger, geboren 1980, lebt in Zürich. Er studierte Theater- und Politikwissenschaft in Bern, wo seine ersten Arbeiten fürs Theater entstanden sind. Seit 2004 verschiedene Auftragsarbeiten für das Theater an der Sihl in Zürich, unter anderem die Teilnahme am MagicNet Projekt »European Odyssee«. 2005 Teilnahme an der Masterclass MC6 und 2006 am Dramenprozessor.

2005

Die Siegerin des 3. Stückewettbewerbs ist Johanna Kaptein. Die Jury prämierte ihr Stück »Die Geschichte von St. Magda«.

»Die Geschichte von St. Magda« ist das Porträt einer Frau, die zur Mörderin wird. Von der Ehefrau ihres Geliebten gedemütigt, verlässt Magda die Kleinstadt und gerät in der nächst gelegenen Stadt in noch größere Probleme. Die Männer, die sie trifft, bestimmen ihr Leben und Schicksal; auf jeden Fall tun sie das bis zu dem Tag, an dem Magda der Geduldsfaden reißt...
Ein paar Jahre später wird die Kleinstadt, wo der Mord geschah, zur Touristenattraktion und die Einwohner treffen sich am Jahrestag des Mordes, um sich die Geschichte von Magda zu erzählen. Durch die geschickte Vermischung der Zeitebenen und den Wechsel zwischen epischer und dramatischer Form schafft es Kaptein, überzeugend und detailliert zugleich ein Einzelschicksal und eine klaustrophobische Kleinstadtwelt zu zeigen.

Johanna Kaptein, 1974 in Hamburg geboren, schrieb 1999-2000 für die Sendung »Exkursion Agonie« im FSK (Freies Sender Kombinat Hamburg) und war von 2000-2001 Mitglied im Forum Hamburger Autoren. Seit April 2002 studiert Johanna Kaptein Szenisches Schreiben an der Universität der Künste in Berlin.

»Die Geschichte von St. Magda« wurde am 19. März 2006 beim 6. Festival Internationale Neue Dramatik (F.I.N.D. 6 vom 16. – 19. März 2006) in einer szenischen Lesung von Thomas Ostermeier vorgestellt.

2004

Christoph Nußbaumeder gewinnt den 2. Stückewettbewerb 2004.

In der Tradition des kritischen Volksstückes beschreibt er die menschlichen und ökonomischen Konflikte, die während der Ernte auf einer niederbayerischen Gurkenplantage zwischen polnischen Saisonarbeitern und den Einheimischen aufbrechen. In der sommerlichen Hitze prallen die Träume der zwanzigjährigen Marlies von einem besseren Leben auf die Wirklichkeit ökonomischer Ausbeutung und missbräuchlicher Beziehungen zwischen Frauen
und Männern.

Christoph Nußbaumeder wurde 1978 in Eggenfelden/Niederbayern geboren. Nach Abitur, Zivildienst und Arbeit in einer Automobilfabrik lebt er heute in Berlin und studiert Jura, Germanistik und Geschichte. 2004 erhielt er das Thomas-Bernhard-Stipendium des Landestheaters Linz und schreibt zurzeit an einem neuen Stück.

»Mit dem Gurkenflieger in die Südsee« wurde Mitte März 2005 beim 5.Festival Internationale Neue Dramatik (F.I.N.D. 5 vom 16. bis 20. März 2005) in einer szenischen Lesung von Thomas Ostermeier vorgestellt. Im Rahmen des Festivals war auch Christoph Nußbaumeders 2001 entstandenes Filmportrait über den Schauspieler und Dramatiker Martin Sperr »Nach der Jagd. Szenen« zu sehen. Christoph Nußbaumeders Stücke erscheinen beim Suhrkamp Verlag. Sein neues Stück »Liebe ist nur eine Möglichkeit« inszeniert Thomas Ostermeier in der Spielzeit 2005/06 an der Schaubühne.

2003

Aus den eingesendeten Stücken wählte die Jury, bestehend aus der Dramaturgie der Schaubühne und dem Hausautor Marius von Mayenburg, die 20jährige Gerhild Steinbuch mit ihrem Text »kopftot«.

Ihren Text »kopftot« kennzeichnet die Autorin im Untertitel als »Stück über einen Fluchtversuch«: In psychischer und physischer Repression lebt Ophelia allein mit ihrem Vater. Im Versuch, der klaustrophobischen Situation zu entfliehen, erfindet sie ihre Familie neu, schafft sich einen Bruder und phantasiert die tote Mutter zurück in ihr Leben, bis der Vater den Rückzug in die Wahnwelt entdeckt und Ophelias Refugium zerstört.

Gerhild Steinbuch ist 1983 in Mödling (Österreich) geboren und studiert in Graz Jura.

»kopftot« wurde im Januar 2004 im Rahmen des 4. Festivals Internationale Neue Dramatik (19.1. bis 26.1.2004) in einer szenischen Lesung vorgestellt. Gerhild Steinbuch arbeitet inzwischen an ihrem dritten Stück und wird vom Rowohlt Verlag vertreten. Zuletzt war von ihr »Nach dem glücklichen Tag« im Theater Graz zu sehen.

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Unsere nächste Premiere:

»DER MENSCHENFEIND«
von Jean-Baptiste Molière
Regie: Ivo van Hove

Premiere: 19.09.2010




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