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Thomas Ostermeier



»Jammert nicht, macht weiter«
Concerning the death of actor and theatre practitioner Juliano Mer Khamis in Jenin
by Thomas Ostermeier
Published in Theater heute, 5/2011

Am 4. April 2011 wurde Juliano Mer Khamis vor seinem Freedom Theatre im Flüchtlingslager von Jenin von einem maskierten Täter erschossen. Der Mann sprach ihn an, Juliano ließ seine Fensterscheibe herunter und wurde mit mehreren Schüsse regelrecht hingerichtet. Auf dem Beifahrersitz befand sich sein einjähriger Sohn auf dem Schoß des Kindermädchens, das an der Hand verletzt wurde. Juliano Mer Khamis hat das von seiner Mutter begonnene Theaterprojekt seit 2006 geleitet.

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> Nachruf Juliano Mer Khamis.pdf


backstage EIDINGER
Preface by Thomas Ostermeier
Published in »backstage EIDINGER« by Michael Eberth. Verlag Theater der Zeit, 2011.

Lars Eidinger ist Berliner. Wenn es so etwas gibt wie eine Berliner Schnauze, dann hat er sie zur Perfektion gebracht. Was verbirgt sich hinter diesem eigenartigen Berliner Phänomen, jeden herzlich und nassforsch in die Schranken zu weisen? Jedem etwas komplett Absurdes und Unvorstellbares mit einem so trockenen Humor vorzutragen, dass man es für wahr hält? Vielleicht zeigt sich hierin die Berliner Geschichte, besonders die des 20. Jahrhunderts, in deren Verlauf die Einwohner dieser Stadt mit so vielen verschiedenen Ideologien und Wahrheiten konfrontiert waren, dass am Schluss niemand mehr wusste, was man jetzt für wahr oder falsch halten sollte. So entstand bei einem Berliner wahrscheinlich die grundsätzliche Skepsis gegenüber Menschen, die ein allzu selbstgewisses Auftreten haben.

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Reading and Staging Ibsen
by Thomas Ostermeier
Published in: »Ibsen Studies« Vol. X. No. 2, 2010. Edited by Frode Helland (Centre of Ibsen Studies, Norway). Taylor and Francis, 2010.

Introduction
I would like to give you some idea of my approach to Ibsen’s plays. These thoughts are based on my work since 2002. Roughly every 2 years I have directed an Ibsen play: A Doll’s House in 2002, The Master Builder in Vienna in 2004, Hedda Gabler in 2005, John Gabriel Borkman in 2008, and Ghosts which I shall be directing in Amsterdam at the end of 2010.
My speech will be divided into two parts. First of all, I would like to give you some idea of why in my opinion Ibsen’s work has a special value nowadays. And then I would like to talk in a more general way about the problems you encounter in the dramaturgy, in the writing and in the directing of Ibsen’s plays.

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»Warum diese Feindschaft?«
Ständig zieht die Generation der 68er über das Theater her.
An invitation to a conversation
by Thomas Ostermeier
Published in Süddeutsche Zeitung, 26.05.2010

»Früher war alles besser«, so predigen seit Platons Zeiten die Altvorderen, und so predigt es auch Botho Strauß in einem Text, den er als Laudatio auf die Schauspielerin Jutta Lampe verfasst hat. (Anlass war die Verleihung des Joana-Maria-Gorvin-Preises an Jutta Lampe in der Berliner Akademie der Künste am 15. Mai 2010). Wenn das wirklich stimmen würde, säßen wir längst wieder in der Steinzeit. Vielmehr müsste man konstatieren, dass alles beim Alten bleibt, denn das belegt die Unbelehrbarkeit der Vätergeneration, die im Moment ihres Abtritts von der großen Bühne nur noch Verfall und Niedergang bemerkt. Diese bequeme Haltung gegenüber der Nachfolgerwelt paart sich gut mit den apodiktischen Phrasen von Dingen, die man tut und die man lässt. Jedes Kind weiß ein Lied davon zu singen und hat wohl noch nie eine befriedigende Antwort auf seine Frage bekommen, wer dieses verflixte »man« ist.

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Mehr Gerechtigkeit wagen
Nicht die Demokratisierung ist das Problem, die Profiteure der Globalisierung sind es – eine Antwort auf Herfried Münkler
by Thomas Ostermeier
Published in Theater heute, 04/2010 as a response to a lecture by Herfried Münkler in September 2009 at Hebbel am Ufer: »Wenn die Hoffnung zum Debakel wird: Über die Zerstörung der Demokratie durch Demokratisierung«, published in Theater heute, 03/2010.

Es ist natürlich eine sehr griffige Formulierung, zu behaupten, dass die Demokratie durch Demokratisierung zerstört wird oder, um es etwas genauer zu formulieren: Mehr Demokratie im quantitativen Sinne bedeute noch keine verbesserte Demokratie. Aber gehen wir erst einmal den Gedanken mit, dass unsere Demokratie durch mehr Demokratisierung bedroht ist.
Unsere Probleme haben sich internationalisiert, wir haben, wie Herfried Münkler ja auch sagt, versucht, auf diese Internationalisierung mit einem EU-Parlament oder G20-Treffen zu reagieren. Und Münkler beschreibt sicher zutreffend, dass nationale Parlamente und Regierungen an transnationale Regierungen Kompetenzen abgegeben haben.

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Erkenntnisse über die Wirklichkeit des menschlichen Miteinanders
Plädoyer für ein realistisches Theater
by Thomas Ostermeier
Lecture in the context of Körber Studios Junge Regie 2009 in Hamburg.
Published in »Kräfte messen. Das Körber Studio Junge Regie«. A Co-operation of Universität Hamburg, Thalia Theater, Deutscher Bühnenverein and Körber-Stiftung. edition Köber Stiftung, Hamburg 2009.

Der Begriff des Realismus ist in den letzten Jahren wenn nicht in Verruf geraten, so doch Quell von Diskussionen darüber, was mit ihm gemeint ist. Besonders in einer Zeit, in der die performativen, postdramatischen und die dekonstruktivistischen Theaterformen als die einzig Glück bringenden gelten. Unangenehme ist in diesem Kontext vor allem der ständige Gebrauch von Schlagwörtern wie »Naturalismus« und »Realismus« oder »Psychologie«, um einzelne Theaterarbeiten zu verunglimpfen oder die Avantgarde von dem Überkommenen abzugrenzen. Was ist Realismus, was ist Naturalismus? Brecht dazu in diesem Zusammenhang: »Die Lage wird dadurch so kompliziert, dass weniger denn je eine einfache ›Wiedergabe der Realität‹ etwas über die Realität aussagt.

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Das Theater im Zeitalter seiner Beschleunigung
Essay by Thomas Ostermeier
Lecture in the context of the series of lectures concerning the exhibit »Das XX. Jahrhundert. Kunst in Deutschland«, 20.5.1999 at Hamburger Bahnhof – Museum für Gegenwart Berlin.
Published in »40 Jahre Schaubühne. 1962-2002«. Harald Müller and Jürgen Schitthelm (Ed.). A Co-production of Theater der Zeit and Schaubühne am Lehniner Platz. Verlag Theater der Zeit. Berlin, 2002.

I.
Jede wesentliche Bewegung der Theatererneuerer des 20sten Jahrhunderts war ein Versuch, eine Nabelschnur zwischen Theater und Wirklichkeit zu reaktivieren. Meistens taten sie dies durch den unkorrumpierten, realitätsnahen Blick der Autoren. Im Grunde war jeder Kampf, der geführt wurde, einer für einen neuen Realismus auf der Bühne. Tschechow fand in Stanislawski seinen, im Übrigen selten wirklich geliebten, Inszenator des Elends und der Langeweile der russischen Landbevölkerung und Meyerhold fand seine Autoren in Erdman und Majakowski, letzterer als unbarmherziger Beschreiber der Unbillen der sowjetischen Bürokratie.
Brechts episches Theater und besonders das Lehrstück verfolgten schon fein differenziertere Ziele, z.B. das Verhalten des Einzelnen im Klassenkampf zu schulen, aber dennoch sollte er in diesem Zusammenhang nicht unerwähnt bleiben als derjenige, der z.B. dem anarchistischen, asozialen Künstler ein Denkmal setzte und immer wieder den entfesselten Kleinbürger sezierte und somit früh Deutschlands Fluch, der ihn später selbst ins Exil trieb, eine Stimme gab. Marieluise Fleißer lieh ihre Stimme der bayerischen Provinzbevölkerung, ihre Enkel Kroetz und Fassbinder setzten diese Tradition mit der Ausdehnung des Blicks auf andere Lebenswelten der sogenannten kleinen Leute fort.

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Bernd Stegemann



»You cannot see, what you cannot see - Sechs Beobachtungen zum Stadttheater.«
Published in Arbeitsbuch 20 »Heart of the City. Recherchen zum Stadttheater der Zukunft«, Theater der Zeit 2011. Heiner Goebbels, Josef Mackert, Barbara Mundel (Eds.).
By Bernd Stegemann

I.
Hinter der Fassade des Stadttheaters vereinigen sich zwei der ältesten Kulturformen der Welt: das Theater und das Publikum. Die Spielformen des Theaters sind so zahlreich und unvorhersehbar wie das jeweils von ihnen faszinierte, belehrte, unterhaltene oder gelangweilte Publikum. Das Theater ist eine »Einmalerfindung«, die sich in den Epochen der Geschichte eine immer wieder neue ästhetische Form gibt. Das Publikum setzt sich je nach Zeitalter und religiöser, ritueller oder künstlerischer Funktion des Theaters immer wieder anders zusammen und wird durch die jeweilige Theateraufführung aus einer Ansammlung von Zuschauenden zu einem spezifischen Publikum.

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Vertrauen und System
by Bernd Stegemann
First publication in »Falk Richter - TRUST« Nicole Gronemeyer (Ed.), Berlin 2010 Theater der Zeit

»Vertrau mir.« Wer würde nicht skeptisch bei dieser Anrede, zumal wenn sie mehrfach wiederholt und verbunden mit einer intensiven, emotionalen Aufforderung vorgebracht wird? Doch was lässt uns argwöhnisch werden und befürchten, dass die Betonung der Vertrauenswürdigkeit mit einem eklatanten Mangel an derselben einhergehen müsse? Das zivilisierte Verhalten des Mitteleuropäers hat seine prägende Form im Zeitalter der Aufklärung erfahren. In Abgrenzung zum Verhalten des Adels entwickelte der Bürger ein Selbstbewusstsein, das nicht auf äußerlichen Zeichen beruhte, sondern die inneren Werte zum Maßstab seiner Stellung in der Gesellschaft erhob. Der gute Familienvater, der gläubige Christ und der ehrenwerte Kaufmann bildeten die drei Lebensbereiche, in denen sich die Seele als integer erweisen musste. Doch wie kann auf dem Marktplatz die heile Familie, deren Oberhaupt man ist, zum Garanten der Glaubwürdigkeit werden, wie kann vor Gott das gute Leben in die Waagschale der unergründlichen Gnadenwahl geworfen werden und wie kann vor den Augen der nächsten Verwandten die Treue bewiesen werden? Wer in diesen Kontexten sagen muss: »Vertrau mir«, der hat schon verloren und weckt einen nicht mehr zu stillenden Argwohn. Wie eine Bestechung wirkt diese Aufforderung, man möge in einer offensichtlich heiklen Situation einen Vorschuss an Vertrauen gewähren, der über die schwierige Zeit hinweghilft, um am Ende zurückbezahlt werden zu können.

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Sex, Liebe und Geld in Zeiten ihrer technischen Reproduzierbarkeit.
Drei Beobachtungen zu Falk Richters Dramen

by Bernd Stegemann
First publication in »Zwischenspiele. Neue Texte, Wahrnehmungs- und Fiktionsräume in Theater, Tanz und Performance« Stefan Tigges et. al. (Ed.) Bielefeld 2010.

I. Sex oder »Die Verstörung«
Intime Kommunikation in den Zeiten des Internets hat ihre besonderen Spielarten gefunden. Partnerbörsen, Datingseiten, Chatrooms und Foren für alle Phantasien bevölkern das Netz. Will das Theater sich dieser neuen medialen Interaktion nähern, verfolgt es unterschiedliche Strategien. Es wird dabei häufig versucht, die virtuelle Realität eines gemeinsamen Gesprächs ohne reale körperliche Präsenz darzustellen. Eine andere Möglichkeit besteht darin, die Netz-Kommunikation zur Vorgeschichte der dann gezeigten Situation zu machen.

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After Postdramatic Theater
by Bernd Stegemann (2008)
English translation by Matthew R. Price (2009)

It was nearly ten years ago that Hans-Thies Lehmann’s »Postdramatic Theater« was published, and became a standard work within a short period of time. Since then, many graduating classes of theater students have begun or in some cases ended their studies with this book. The strong title, which became the buzz-word of an aesthetic viewpoint, is obvious. The book promises a new aesthetic paradigm and delivers a whole variety of new descriptive vocabulary. At the same time, it promises the liberation of theater – long-awaited in certain circles – from the ruling clutches of drama.
Today, almost any theater practitioner, and for that matter almost any theater-goer, claims to know what is meant by »postdramatic«. For some it is an aesthetic experiment on being able to make theater without any conveyable narrative. For others it is the call to arms for theater’s very evolution: »if you can’t do it without a story, then just stick to your own!« For others still – for the historians of theater– it is the fulfillment of a dream, which finally describes itself neatly with its own academic vocabulary. But what does »postdramatic« really mean, and what actual happenings in theater can be described with the term?

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Vom Nutzen und Nachteil der Kritik für das Regietheater
by Bernd Stegemann
First publication in »Regietheater!« Ortrud Gutjahr (Ed.), Würzburg 2008.

Kritik und Regietheater sind co-evolutionär entstanden. Sie scheinen ihrem Wesen nach einander hervorzubringen und zu benötigen. Das charakteristische Merkmal ihrer Beziehung scheint der Streit zu sein. Der Streit, oder wie im Drama höflicherweise gesagt wird: der Konflikt, bildet auch das Fundament von Drama und Theater. Nur im Konflikt offenbaren sich die im Alltag verborgenen, tieferen Seinsschichten des Menschen und seiner Handlungen. Worüber also wird gestritten zwischen Regietheater und Kritik und worüber kann heute überhaupt noch gestritten werden?
Im Zeitalter des Weltbildes bestimmten die großen Ideologien die Wahrnehmung von Welt und ihre entsprechende Beurteilung. Auch und gerade die ästhetische Kritik war eine Debatte, die mit Engagement geführt wurde, da sich in ihr der »richtige« Zugang zur Welt in einer »realistischen« Darstellung ihrer Probleme formulierte. An ihren Werken konnte man sie erkennen, die politische Meinung ihrer Macher.

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Die Tragödie der Kontingenz
Ein modernes Mißverständnis
by Bernd Stegemann
First publication in »Blätter des Deutschen Theaters. Antike Tragödie heute« Bernd Stegemann et. al. (Ed.) Berlin 2007.

Fünf Anmerkungen zum Tragischen anläßlich der Beschäftigung mit der Tragödie heute:

I. Die tragische Weltsicht
»Tragik war fast gleichbedeutend mit Faschismus«, so erinnert sich Heiner Müller an einen listigen Gemeinplatz von Benno Besson. Diese aufklärerische Pose gegen die schwarze Seite der Aufklärung, gegen das mythische, gegen den dunklen Schimmer der von den tragischen Dingen selber ausgeht, diese Ablehnung weltanschaulicher Art wendet sich ironisch gegen die tragische Affirmation des Leids. Ein tragisches Weltgefühls, mit dem das Opfer des Einzelnen für die Sache gerechtfertigt wird, mußte abgelehnt werden.

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Falk Richter



You can’t trust profiles
A conversation between Falk Richter and Eva Illouz
Published in TRUST by Nicole Gronemeyer. Theater der Zeit, 2010

Falk Richter: What happened exactly when the financial crisis took place? Can you explain that for us as simply as possible?
Richard Sennett: There are two relevant aspects here – a simple one which is economic in nature and another more complex one which is social in nature. With regard to the economic aspect – and you describe this in your play Trust – people were basically using tools they didn’t understand. The algorithms on which these financial products and transactions are based are of an almost mystical complexity. Most of those who enriched themselves with their help had a blind faith in them. They would safeguard these tools by protecting themselves against fluctuations in the market. And because they couldn’t see through these financial instruments, which were like some kind of black box, nobody knew how to take this black box apart and put it back together again so that it might stabilize itself again.
And the same was true of the companies in respect of the particular bonds they were trading in. The companies understood how to behave aggressively but not how to behave defensively, although...

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> Richter_Gespraech_Illouz_ENLGISCH.pdff


The system of social communication failed completely
A conversation between Falk Richter and Richard Sennett
Published in TRUST by Nicole Gronemeyer. Theater der Zeit, 2010

Falk Richter: I’d like to talk to you about trust in modern relationships. Relationships which are conducted through the internet. The first thing people are asked to do is to describe themselves in a very detailed and formalized way. You have to break down not only your body, your personality but also your wishes, your desires into pieces and places them in specific categories. So you have to scrutinize, evaluate and describe yourself from the outside with the aid of formalized mark schemes. You’re encouraged to present yourself advantageously so that you’ll quickly find other people who are interested in you. Here you’re competing with a great many other users. At the same time you are being offered a vast number of potential partners. To be successful, you’ve got to be good at selling yourself in a really aggressive market and...

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Schaubühne



Die erste Spielzeit 2000
Der Auftrag
Published in the Schaubühne programme 2000 – first season under the artistic direction of Sasha Waltz, Thomas Ostermeier, Jochen Sandig and Jens Hillje.

Den Theatermachern in Deutschland ist der Auftrag verloren gegangen. Nach über zweihundert Jahren an der Speerspitze der Aufklärung trauert das Theater seiner in der Folge von 1968 noch einmal neu behaupteten Bedeutung als kritisches Stadt- und Staatstheater nach, denn es findet sich in einer von der letzten Eckkneipe bis zum Bundeskanzleramt völlig entpolitisierten Gesellschaft wieder. Der Kontext klarer ideologischer Fronten, das Denken in Alternativen, ist einer großen Orientierungslosigkeit gewichen. Wir leben in einem diffusen Unbehagen ohne Bewußtsein. Wir müssen von vorne anfangen. Es gibt nach wie vor den Wunsch nach einem anderen Leben, nach einem Zusammenleben in wirklicher Freiheit jenseits der Werte und Gesetze ökonomischer Effizienz im neoliberalen Kapitalismus. Ohne Bewußtsein für die Möglichkeit und Notwendigkeit, als Individuen und als Gesellschaft ein anderes Leben als gerade dieses zu führen, lassen sich die Verhältnisse nicht ändern.

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David Lan

A LEAP IN THE DARK

David Lan, Artistic Director of the Young Vic Theatre in London and a fan of our theatre talks about why he loves German theatre, on the occasion of the re-opening of the Goethe-Institut’s newly restored building in London.

The whole speech can be downloaded here:
> A Leap in the Dark.pdf
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