Elisa Leroy
Elisa Leroy, geboren 1989 in Paris, ist seit 2021 Dramaturgin an der Schaubühne am Lehniner Platz. Dort leitete sie von 2022 bis 2024 die Studiobühne, deren Programm unter Anderem aus dem FOND ZERO der Kulturstiftung des Bundes, der Stiftung Erinnerung Verantwortung Zukunft und der Stiftung Fondament gefördert wurde. Die dort entstandene Inszenierung »In Memory of Doris Bither« in der Regie von Yana Thönnes war im Jahr 2023 auf der Short List des Berliner Theatertreffens. 2024 musste die Studiobühne aufgrund der Sparmaßnahmen des Berliner Senats geschlossen werden. Ab der Spielzeit 2026/2027 leitet sie gemeinsam mit Marcel Kohler die vierte Spielstätte der Schaubühne, K156.
Nach ihrem Studium der Vergleichenden Literaturwissenschaft in München und Berkeley arbeitete Elisa Leroy als Regieassistentin an den französischsprachigen Inszenierungen von Thomas Ostermeier und als Assistentin des künstlerischen Leiters an der Schaubühne (2014–2016). Außerdem erarbeitete sie als Dramaturgin mit Thomas Ostermeiers Inszenierungen »La nuit des rois ou Tout ce que vous voulez« (2018) und »Le roi lear« (2022) von William Shakespeare, Bertolt Brechts »Dreigroschenoper« (2023) sowie an »Wer hat meinen Vater umgebracht (Qui a tué mon père)« von und mit Édouard Louis (2021). 2022 realisierte sie in Zusammenarbeit mit Marco Layera und Martín Valdés-Stauber die Inszenierung »Oasis de la Impunidad« der chilenischen Kompanie La Re-Sentida, die in die Jahresauswahl der New York Times aufgenommen wurde. An der Schaubühne arbeitet sie außerdem mit Simon McBurney, Sarah Kohm, Bastian Reiber, Rikki Henry, und Yana Thönnes. Elisa Leroy wurde an der Ludwig-Maximilians-Universität München in Anglistik und Theaterwissenschaft promoviert und unterrichtete in Los Angeles (UCLA), Berlin (Hochschule für Schauspielkunst, Humboldt-Universität), München (Technische Universität), Oxford (Queen's College) und London (University College London). Ihre Forschungsinteressen umfassen das Theater der Frühen Neuzeit, insbesondere das Theater von William Shakespeare, Gender Theorie und Ideengeschichte.
Alle Produktionen
Qui a tué mon père (Wer hat meinen Vater umgebracht) von Édouard Louis, Regie: Thomas Ostermeier (Uraufführung, 2021)
Erinnerung eines Mädchens von Annie Ernaux, Regie: Sarah Kohm (2022)
Berliner Affären von Ilknur Bahadir, Regie: Ilknur Bahadir (Uraufführung, 2023)
In Memory of Doris Bither von Yana Thönnes, Regie: Yana Thönnes (Uraufführung, 2023)
Genesis von Bastian Reiber und Team, Regie und Konzept: Bastian Reiber (Uraufführung, 2023)
Ulster American von David Ireland, Regie: Rikki Henry (Deutschsprachige Erstaufführung, 2024)
Die Entführung der Amygdala von Anna Gschnitzer, Regie: Anika Stauch (2024)
Paradiesische Zustände von Henri Maximilian Jakobs, szenische Lesung, eingerichtet von Thomas Ostermeier und Elisa Leroy (2025)
Das blinde Licht von Benjamin Labatut, Regie: Simon McBurney (2026)