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18.02.2020 > Evolution rückwärts: Premiere von »Die Affen« am 11. März

Autor und Regisseur Marius von Mayenburg inszeniert an der Schaubühne die Uraufführung seines neuen Stücks »Die Affen« und begibt sich auf die Suche nach einem tierischen Ausweg aus menschlichen Krisen.

Naturkatastrophen, Welthunger, Bürgerkriege. Die Liste der Krisen, die der Klimawandel mit sich bringt, ist lang. Marius von Mayenburg setzt sich in »Die Affen« mit der Frage auseinander, wie wir im Angesicht dieser selbst verursachten Katastrophen an unserer Verantwortung scheitern konnten. »Ich will über die Frustration sprechen, warum wir es nicht geschafft haben, den Maßstäben unserer eigenen Vernunft gerecht zu werden. Gleichzeitig will ich zeigen, dass es lächerlich ist, frustriert zu sein und zu schmollen wie ein Kind, das nicht das bekommt, was es will.«, so von Mayenburg. »Diese generelle Frustration soll Teil des Stücks werden.« Der Regisseur und Autor stellt dafür extreme Standpunkte gegenüber, die Schauspieler_innen nehmen innerhalb der Szenen immer wieder verschiedene Rollen und Positionen ein. Es geht um Menschen in der Transformation, die den ersten Schritt zu einer Umkehr der Evolution vollziehen. Ist das der Weg aus den menschlichen Krisen?

Rupp schert aus und legt den Rückwärtsgang ein. Vor den Augen seiner Mitmenschen entwickelt er sich zurück zum Affen. Seine Familie versucht noch, ihn zu überzeugen, das Fell, das ihm wächst, zu rasieren oder wenigstens unter Kleidung zu verstecken. Aber auch seine Sprache verändert sich, sein Verhalten nimmt immer animalischere Züge an, er krümmt sich, verliert den aufrechten Gang und schwingt sich am Straßenrand von Baum zu Baum. Gleichzeitig wird auch die triebhafte Gefühlswelt des Menschenaffen für seine Mitmenschen immer mehr zur Belastung. Kümmern sich zunächst noch Ärzte um ihn, wird er zunehmend zu einem Fall für die Biologie und schließlich zum zoologischen Phänomen. Man will ihn heilen, ihn verstehen, töten, retten, analysieren, sich mit ihm fotografieren, ihn befreien, ins Weltall schießen und nach seinem Tod ausstopfen. Aber sein radikaler Ansatz der menschlichen Selbstabschaffung bleibt kein Einzelfall. Es häufen sich die Anzeichen, dass andere Menschen seinem Beispiel folgen, sie klettern von den Fassaden, sitzen auf den Autodächern und plündern in Horden die Super­märkte. Die urbane Infrastruktur droht zusammenzubrechen. Rupp hat keine Revolution vom Zaun gebrochen – es ist eine Devolution, die Umkehr der Evolution, und der Rest der Menschheit muss reagieren, bevor es zu spät ist. 

Der Autor und Regisseur Marius von Mayenburg inszenierte an der Schaubühne zuletzt »status quo« von Maja Zade und seine eigenen Stücke »Peng« und »Stück Plastik«. Die Produktion »Die Affen« kommt im Rahmen des Festivals Internationale Neue Dramatik (FIND) zur Uraufführung. Das Festival wird gefördert aus Mitteln des Landes Berlin, Senatsverwaltung für Kultur und Europa.

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