»Autonomie und Opposition«
Denken in einer schlechten Welt

Podiumsgespräch mit Geoffroy de Lagasnerie (Philosoph und Soziologe), Didier Eribon (Philosoph und Soziologe), Katja Kipping (Parteivorsitzende Die Linke).
Moderation: Tania Martini


Die Autonomie der Kunst und die Wertfreiheit der Wissenschaft werden gerne als unantastbare Errungenschaften der westlichen Kultur gepriesen. Doch gerade in einer Welt der Ungleichheit und strukturellen Gewalt, in einer Zeit, in der Rassismus, Homophobie, rechtsextremer und religiöser Fanatismus triumphieren, bedeutet der Rückzug in den selbstbestimmten Schutzraum der Neutralität nicht nur Untätigkeit, sondern sogar einen aktiven Beitrag zur Fortschreibung des Unrechts, so Geoffroy de Lagasnerie in seinem Buch »Denken in einer schlechten Welt«. Mit Didier Eribon und Katja Kipping diskutiert er über die emanzipatorischen Aufgaben der Intellektuellen, über die Wahrheit als oppositionelles Konzept und über die Wechselwirkungen von Kunst, Theorie und sozialen Bewegungen. Wie gelingt es, der Reproduktion einer »schlechten Welt« zu entkommen? Wie entwickeln wir jenseits des zweifelhaften Mythos vom »engagierten Intellektuellen« gemeinsam oppositionelle Gedanken, Räume und Gemeinschaften? Und wie durchbrechen wir die Mechanismen sozialer Ausgrenzung, durch welche die Bildungs- und Kulturinstitutionen ein Heer von Ausgeschlossenen und Vergessenen produzieren, statt ihrer eigentlichen Bestimmung als Orte der Emanzipation nachzukommen?

In Zusammenarbeit mit Matthes & Seitz Berlin.