Bluets

von Maggie Nelson
In einer Fassung von Margaret Perry
Aus dem Englischen von Jan Wilm
Regie: Katie Mitchell

Eine verlorene Liebe, die Fürsorge für eine verunglückte Freundin und die Obsession für die Farbe Blau stehen am Anfang von »Bluets«. Er, der »Prinz des Blauen«, hat sie, die namenlos bleibende Hauptfigur des Textes, verlassen. Ihr Liebeskummer steht im Kon- trast zur Tragödie ihrer Freundin Rachel, die nach einem Unfall querschnittsgelähmt ist und um die sie sich nun kümmert. Zeitgleich gibt sie sich mit ganzer Kraft ihrer Obsession für die Farbe Blau hin.

In ihrem als literarische Sensation gefeierten Buch vermischt Maggie Nelson in 240 Prosaminiaturen Philosophisches, Lyrisches und Banales, Beobachtungen und Reflexionen, persönlich Erlebtes und Ausgedachtes, Assoziiertes und Recherchiertes. So umkreist die Stimme der Erzählerin alle Schattierungen und Geheimnisse der Farbe Blau – stolz hütet sie ihre Sammlung blauer Objekte und kennt zudem alle Musikerinnen und Künstler, die dem Blau verfallen sind: ob Joni Mitchell, Billie Holiday oder Yves Klein. Aber zugleich nutzt sie die Farbe, um sich selbst, ihren Kummer über die verlorene Liebe und das Leiden ihrer gelähmten Freundin zu erkunden.

Kaum jemand hat seinen Schmerz auf so poetische, inspirierende Weise seziert, wie Maggie Nelson es hier tut – eine lyrische, philosophische und sehr persönliche Erkundung der eigenen Leidensfähigkeit.

Katie Mitchell, Artist in Focus des diesjährigen FIND, lässt die Erzählstimme in ihrer Inszenierung durch drei Schauspieler_innen verkörpern und schafft mit Mitteln aus Film und Live-Hörspiel ein vielstimmiges Porträt der unglücklichen Obsession für die Farbe Blau. Die irische Dramatikerin Margaret Perry adaptiert Maggie Nelsons Text für die Bühne.

Bühne: Alex Eales
Kostüm: Sussie Juhlin-Wallén
Videoregie: Grant Gee
Original Video: Ellie Thompson
Video: Virginie Taylor
Musik: Paul Clark
Sounddesign: Paul Clark / Munotida Chinyanga
Dramaturgie: Nils Haarmann
Original Licht: Anthony Doran
Licht: Bethany Gupwell

Premiere ist am 15. April 2026

Neue Version in deutscher Sprache für die Schaubühne. Die originale Produktion wurde am Royal Court Theatre, London uraufgeführt.
Gefördert im Rahmen von FIND 2026 aus Mitteln des Landes Berlin, Senatsverwaltung für Kultur und Gesellschaftlichen Zusammenhalt.