Die Nibelungen

von Friedrich Hebbel
Regie: Marius von Mayenburg


Siegfried kommt nach Worms und verliebt sich auf den ersten Blick in König Gunthers Schwester Kriemhild. Gunther will ihm Kriemhild zur Frau geben, aber unter einer Bedingung: Siegfried muss ihm helfen, Brunhild, die im Isenland in einer Flammenburg wohnt, im Kampf zu erobern. Siegfried, der sich mit Hilfe einer Tarnkappe unsichtbar machen kann, besiegt Brunhild und überwältigt sie für Gunther auch in der Hochzeitsnacht. Als der Gürtel, den er ihr dabei entreißt, in die Hände Kriemhilds gerät, kocht die Eifersucht zwischen den beiden Frauen hoch, und die geheime Abmachung der Männer kommt ans Licht. Brunhild verlangt Rache für die Demütigung, und auf einem Jagdausflug wird Siegfried von Hagen, Gunthers Onkel, getötet. Kriemhild klagt Hagen als Mörder an, doch die Männer verbünden sich gegen sie und verweigern ihr den Prozeß. Kriemhild bleibt nur noch ein Ausweg: die eigenhändige Rache an Hagen und den Nibelungen …
Hebbel versieht in seinem »deutschen Trauerspiel in drei Abteilungen« die Helden des Nibelungenliedes mit einem psychologischen Kern. Liebe, Neid und Eifersucht, Verrat, Mord und Rache: kaum ein menschlicher Abgrund, der in diesem Stück nicht ausgeleuchtet wird. »Die Nibelungen« zeigt eine Welt, die von einer beunruhigenden Sehnsucht nach dem eigenen Untergang getrieben scheint. Zwischen den Geschlechtern tobt ein unerbittlicher Kampf. Geld, Gewalt und Sex sind die Mittel. Persönliche Ziele werden mit fanatischer Kompromisslosigkeit durchgesetzt, und wenn dabei rechtsstaatliche Systeme versagen, dann wird selbstverständlich über Leichen gegangen.
»Die Nibelungen« ist nach »Herr Kolpert« und »Die Tauben« von David Gieselmann die dritte Regiearbeit von Marius von Mayenburg, dem Hausautor der Schaubühne.

Autor: Friedrich Hebbel
Regie: Marius von Mayenburg
Bühne: Stefan Hageneier, Sarah Roßberg
Kostüme: Claudia Gonschorek
Musik: Nils Ostendorf
Mitarbeit Musik: Miles Perkin
Dramaturgie: Maja Zade
Licht: Erich Schneider

Gunther: Robert Beyer
Hagen: Christoph Luser
Volker: Tilman Strauß
Giselher: Franz Hartwig
Siegfried: Sebastian Schwarz
Ute: Cathlen Gawlich
Kriemhild: Eva Meckbach
Brunhild: Luise Wolfram
Etzel: Nico Selbach
Rüdiger: David Ruland

Werbel: Matthias Lamp
Musiker: Miles Perkin, Nico Selbach

Dauer: ca. 210 Minuten