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Einsame Menschen

von Gerhart Hauptmann
Regie: Friederike Heller


»Einsame Menschen« war für Gerhart Hauptmann im Rückblick auf sein gewaltiges dramatisches Werk »das liebste«. Die ausweglose Lage, in die sich der junge Privatgelehrte Johannes Vockerat mit seiner Ehefrau Käthe und der Studentin Anna Mahr gebracht hat, berührte viele biographische Punkte nicht nur bei Hauptmann selbst. Johannes lebt vom Kapital seiner Familie in einem schönen Haus am Müggelsee und betreibt mit obsessivem Müßiggang seine Studien. Seine junge Frau und sein neugeborenes Kind wollen für ihn noch keinen wahren Lebenssinn ausmachen. Sein alter Studienfreund Braun, ein Künstler großer Worte ohne Taten, ist ihm ein willkommener Hausgast. Als durch diesen die junge Studentin Anna Mahr in die Idylle bei Berlin eindringt, beginnt augenblicklich Johannes’ Verzauberung. Diese studierte und emanzipierte Schönheit verkörpert die ersehnte und zugleich unerreichbare Frau, die es ihm gestattet, seine Träume und seinen Alltag weiterhin getrennt voneinander zu leben. Seine Frau Käthe fühlt sich durch die Geburt weiter in ihre Rolle als schlichte Ehefrau und Muttertier gepresst. Ihr entgeht die Verwandlung ihres Mannes nicht, doch findet sie keine Mittel und Worte für ihre Eifersucht. Sie droht an ihrer passiven Aggressivität zu ersticken. Anna Mahr genießt die plötzliche Aufgehobenheit in dieser jungen Familie und verdrängt lange den Preis, den alle dafür bezahlen müssen. So beginnen die drei einsamen Menschen, sich in einem gegenseitiges Verhältnis von Ausschluss und partieller Vereinnahmung einzurichten. Erst als Johannes’ Eltern Anna vor Augen führen, wie groß ihr Einfluss und ihre zerstörerische Kraft sind, weicht sie vor jeder Verantwortung zurück und flieht zurück in ihr Studentendasein. Johannes zieht die tödliche Konsequenz aus dieser Flucht und ertränkt sich im Müggelsee.

Dauer: ca. 100 Minuten

(keine Pause)



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