18.02.2017, 19.00

Lesung und Gespräch »Die iranische Moderne«

Fremdheitsgefühle

Mit Mahmoud Doulatabadi und Iris Radisch
Gelesen von Jörg Hartmann


»Man lebt und schreibt ohne Hoffnung.« Das sei eine uralte Tradition in der iranischen Literatur, sagt Mahmoud Doulatabadi in einem Interview mit Iris Radisch. 1940 in einem Wüstendorf im Nordosten Irans geboren, schlug sich Doulatabadi als Jugendlicher nach Teheran durch, wo er vierzehn Jahre an seinem Epos »Kelidar« arbeitete: eine literarische Sensation, eine Erzählung von Liebe und Hass und dem Überlebenskampf der Nomaden. Trotz seiner Länge von 3000 Seiten verkaufte sich das Buch mehr als hunderttausend Mal, vielfach wurde es übersetzt. Weitere Romane folgten, die ihn auch in Europa bekannt machten. »Seit dreißig Jahren sitze ich zu Hause«, sagt Doulatabadi, doch in seinem aktuellen, bislang nur auf Persisch erschienenen Erzählband, berichtet er von Migration und Flucht und richtet so den Blick über sein Heimatland
hinaus. Doulatabadi wird aus seinem neuen Erzählband lesen und mit Iris Radisch über die Postmoderne und das Chaos sprechen.

Eine Veranstaltung im Rahmen des Kulturprogramms »Die iranische Moderne« des Goethe-Instituts.