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Michael Kohlhaas

von Heinrich von Kleist
Regie: Simon McBurney


Michael Kohlhaas, ein Pferdehändler, ist auf dem Weg nach Dresden, um seine Pferde auf dem Markt zu verkaufen, als er an der Wegschranke einer Ritterburg nach seinem Passierschein gefragt wird. Da Kohlhaas keinen Pass hat und nichts von der Regelung weiß, willigt er ein, seinen Knecht mit zwei Rappen als Pfand dazulassen. Doch in Dresden erfährt er, dass der Passierschein eine Erfindung des Burgherrn war. Als Kohlhaas zurückkehrt, sind seine Rappen halb verhungert, sein Knecht aus der Burg vertrieben. Kohlhaas weigert sich, die Pferde in diesem Zustand zurückzunehmen und reitet nach Hause, wo er den schwerverletzten Knecht vorfindet, der von den Rittern mit Hunden gejagt wurde. Kohlhaas will Gerechtigkeit, verfasst eine Beschwerde für die der Dresdner Stadthauptmann ihm Unterstützung verspricht. Doch der Kanzler des Kurfürsten, ein Verwandter des Burgherrn, unterschlägt die Beschwerde. Kohlhaas wird mit fadenscheinigen Ausreden ausgebremst und jeder Versuch, sich rechtmäßig zu wehren, scheitert. Seine Frau, die ein Bittschreiben für Kohlhaas übergeben will, wird von der Lanze einer Wache so unglücklich getroffen, dass sie stirbt. Jetzt hält Kohlhaas nichts mehr: Er wird Anführer eines Mobs, legt Brände, attackiert Städte und mordet: So lange, bis der Staat dazu gezwungen ist, ihm zuzuhören.

Simon McBurney, der an der Schaubühne zuletzt »Ungeduld des Herzens« inszenierte, dramatisiert Kleists Novelle über einen Mann, der bereit ist, bis ans Äußerste zu gehen um Gerechtigkeit zu bekommen und fragt, ob es dafür vielleicht manchmal richtig ist, das Gesetz zu brechen, und welche Formen des Widerstands angemessen und effektiv sein können. 

Co-Regie: Annabell Arden
Bühne: Magda Willi
Sounddesign: Benjamin Grant
Dramaturgie: Maja Zade

Mit: Robert Beyer, Moritz Gottwald, Laurenz Laufenberg, David Ruland, Genija Rykova, Renato Schuch

Premiere am 2. Dezember 2020

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