10.11.2021, 20.00 – 22.00
Livestream

6€/ erm. 3€

Klassenzimmer

Vanessa Vu im Gespräch mit Bärbel Manke
Globe


Zur dritten Ausgabe kommt eine ostdeutsche Perspektive ins Klassenzimmer: Bärbel Manke, Jahrgang 1952, wurde in Leipzig geboren, wuchs zwischen Zwickau und Crimmitschau auf und lebt heute als Rentnerin in Cottbus. Ihre Urgroßeltern besaßen zwei Läden, aus dem Grund wurde ihr das Abitur verwehrt. Die Familie hatte, wie die meisten anderen, wenig Geld. An die Werte der DDR, das Gebot »Plane mit, arbeite mit, regiere mit«, glaubte sie trotzdem und kämpfte um einen Parteieintritt – der größte Irrtum ihres Lebens. Sie sieht sich heute als Wendegewinnerin und engagiert sich für Geflüchtete. Wie blickt so ein Mensch auf Klassenkämpfe und vor allem: auf ihre eigenen vielen Milieuwechsel?

Die Frage nach der Herkunft beantworten die meisten geografisch – aber ist es wirklich der Ort, der uns prägt? Die wenigsten erzählen auf die Frage »Woher kommst du« von ihrer kleinen Wohnung, von den arbeitslosen Eltern, von Kleidern oder Worten, an denen jeder sofort ablesen konnte, aus welchen Verhältnissen man kam. Warum tun wir uns so schwer, Kapitalverhältnisse zu benennen und auch mit dieser Linse unser Miteinander neu zu bewerten, vielleicht zu justieren? Ist es die Sehnsucht einer liberalen, leistungsgetrieben Nachkriegsgeneration, das Leben ab der eigenen Geburt zu betrachten, ohne das Gepäck der Familie, das Startvorteil oder ein lebenslanger Bremsklotz sein kann? In der neuen monatlichen Gesprächsreihe gehen wir in vier Ausgaben diesen Fragen nach: Wir nähern uns über Lebensgeschichten den verschiedenen Milieus dieses Landes, erkunden ihre unbesprochenen Winkel, stellen sie gegenüber und erkennen uns dadurch vielleicht auch selbst ein bisschen besser. Zum Austausch lädt die Journalistin Vanessa Vu in ihr damaliges Kinderzimmer: Stockbett, Matratze, Röhrenfernseher, viel Plastik – nach einer langen Zeit im Asylbewerberheim war dies der Beginn eines sozialen Aufstiegs.

Bühnenbild: Felix Remme


In Kooperation mit der Friedrich-Ebert-Stiftung

Das Projekt wird von der Stiftung Erinnerung, Verantwortung und Zukunft (EVZ) und dem Bundesministerium der Finanzen (BMF) gefördert.

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