26.01.2022, 19.00 – 21.00
Livestream

Auf Englisch mit deutscher Simultanübersetzung

Klassenzimmer

Vanessa Vu im Gespräch mit Giuseppe Salomone
Saal B


Giuseppe Salomone wuchs in einem kleinen Ort bei Neapel auf, sein Vater war Musiker, seine Mutter ernährte die Familie mit Nebenjobs. Mit 13 zog es ihn in ein Mailänder Internat. Der Junge hatte Ballett für sich entdeckt, bewarb sich an der Ballettschule des renommierten Teatro alla Scala und bestand die Aufnahmeprüfung. Salomone wurde Profitänzer und performte auf Bühnen in der ganzen Welt: in den USA, in Dänemark, sogar in Saudi­-Arabien. Er mischte sich unter die Reichen und Kultivierten. Die Pandemie zwang ihn zum Neustart als Fahrradkurier – woran er schnell Freude fand. Worauf es im Leben ankomme, sei Disziplin, Zusammenhalt und eine gute Balance. Arbeit ist für ihn Arbeit, er hält nicht viel von radikalen Protesten. Ein Gespräch über Körper, Klasse und Kämpfe.

Die Frage nach der Herkunft beantworten die meisten geografisch – aber ist es wirklich der Ort, der uns prägt? Die wenigsten erzählen auf die Frage »Woher kommst du« von ihrer kleinen Wohnung, von den arbeitslosen Eltern, von Kleidern oder Worten, an denen jeder sofort ablesen konnte, aus welchen Verhältnissen man kam. Warum tun wir uns so schwer, Kapitalverhältnisse zu benennen und auch mit dieser Linse unser Miteinander neu zu bewerten, vielleicht zu justieren? Ist es die Sehnsucht einer liberalen, leistungsgetrieben Nachkriegsgeneration, das Leben ab der eigenen Geburt zu betrachten, ohne das Gepäck der Familie, das Startvorteil oder ein lebenslanger Bremsklotz sein kann? In der neuen monatlichen Gesprächsreihe gehen wir in vier Ausgaben diesen Fragen nach: Wir nähern uns über Lebensgeschichten den verschiedenen Milieus dieses Landes, erkunden ihre unbesprochenen Winkel, stellen sie gegenüber und erkennen uns dadurch vielleicht auch selbst ein bisschen besser. Zum Austausch lädt die Journalistin Vanessa Vu in ihr damaliges Kinderzimmer: Stockbett, Matratze, Röhrenfernseher, viel Plastik – nach einer langen Zeit im Asylbewerberheim war dies der Beginn eines sozialen Aufstiegs.

Das Projekt wird von der Stiftung Erinnerung, Verantwortung und Zukunft (EVZ) und dem Bundesministerium der Finanzen (BMF) gefördert.

Bühnenbild: Felix Remme


In Kooperation mit der Friedrich-Ebert-Stiftung

Das Projekt wird von der Stiftung Erinnerung, Verantwortung und Zukunft (EVZ) und dem Bundesministerium der Finanzen (BMF) gefördert.

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