18.09.2022, 19.00 – 20.30
Livestream

Klassenzimmer

»Woher kommst du wirklich?«
Gesprächsreihe
Vanessa Vu im Gespräch mit Katarina Dmitrieva
Studio


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Zum Auftakt der neuen Spielzeit lädt Vanessa Vu ihre Freundin Katarina Dmitrieva ein, Jahrgang 1993, Studentin der Osteopathie. Erst nach mehreren Jahren, im gemeinsamen Urlaub, eröffnete Katarina ihr, wie sie eigentlich aufgewachsen war: In Gropiusstadt, der Vater war früh gestorben, die Mutter bezog Hartz IV und konnte sie und ihre zwei Schwestern kaum unterstützen. Dann wurde sie noch im Studium Mutter und hält sich und ihre Familie nun mithilfe von BAföG über Wasser. Wieso kam das Thema erst so spät zur Sprache? Wie geht es ihr heute damit? Und: Wie hält man eine Freundschaft unter ökonomisch ungleichen Bedingungen?

Die Frage nach der Herkunft beantworten die meisten geografisch – aber ist es wirklich der Ort, der uns prägt? Die wenigsten erzählen auf die Frage »Woher kommst du« von ihrer kleinen Wohnung, von den arbeitslosen Eltern, von Kleidern oder Worten, an denen alle sofort ablesen konnten, aus welchen Ver- hältnissen man kommt. Warum tun wir uns so schwer damit, Kapitalverhältnisse zu benennen und auch mit dieser Linse unser Miteinander neu zu bewerten, vielleicht zu justieren? Ist es die Sehnsucht einer liberalen, leistungsgetriebenen Nachkriegsgeneration, das Leben ab der eigenen Geburt zu betrachten, ohne das Gepäck der Familie, welches Startvorteil oder ein lebenslanger Bremsklotz sein kann? In der monatlich stattfindenden Gesprächsreihe geht die Journalistin Vanessa Vu diesen Fragen nach. Sie nähert sich über Lebensgeschichten den verschiedenen Milieus dieses Landes, erkundet ihre unbesprochenen Winkel, stellt sie einander gegenüber und versucht, sich dadurch auch selbst besser zu erkennen.

Auch in der neuen Spielzeit lädt Vanessa Vu wieder zum Austausch in ihr damaliges Kinderzimmer: Stockbett, Matratze, Röhrenfernseher und viel Plastik – nach einer langen Zeit im Asylbewerberheim war dies der Beginn eines sozialen Aufstiegs.

Bühnenbild: Felix Remme


In Kooperation mit der Friedrich-Ebert-Stiftung

Das Projekt wird von der Stiftung Erinnerung, Verantwortung und Zukunft (EVZ) und dem Bundesministerium der Finanzen (BMF) gefördert.

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