Oh My Sweet Land

nach einer Idee von Corinne Jaber

Text von Amir Nizar Zuabi in Zusammenarbeit mit Corinne Jaber
Regie: Amir Nizar Zuabi (London/Lausanne)


Gastspiel im Rahmen von FIND 2018

Eine Küche in Paris. Eine Frau, die Tochter deutsch-syrischer Eltern, brät Hackfleisch, knetet Bulgur, formt Bällchen und frittiert sie in Öl: Sie macht Kibbeh, ein typisch syrisches Fleischgericht. Der Duft des Gerichts auf dem Herd, das ihr schon die Großmutter als Kind in einer Küche im ersten Exil der Familie in München zubereitete, bringt in ihr die verschütteten Erinnerungen der eigenen Geschichte von Flucht und Vertreibung wieder zum erstehen. Während sie kocht, ereilt sie aber auch die viel jüngere Erinnerung an ihre Beziehung mit Ashraf, einem Apothekenhelfer aus Damaskus. Die Frau hat Ashraf per Skype dabei geholfen, die Flucht von Syrern zu organisieren. Danach wurden sie für drei Monate ein Liebespaar, bis Ashraf plötzlich fort ging. Die Frau begibt sich auf die Suche nach dem verschwundenen Geliebten. Ihre Reise führt sie in den Libanon, wo sie einen syrischen Schauspieler trifft, der von der Assad Regierung verfolgt wurde, von dort aus nach Jordanien, wo sie einem Reporter begegnet, der der Gefangenschaft entfliehen konnte, indem er seine eigene Beerdigung inszenierte und schließlich nach Syrien, wo sie zerstörte Städte, bittere Kämpfe, Vernichtung und demoralisierte Menschen vorfindet. Doch die Reise konfrontiert die Frau auch mit den Erinnerungen an ihre eigene Herkunft und Familie und wirft die Frage auf: Was genau ist eigentlich Heimat?

Amir Nizar Zuabi (*1976, Jerusalem) absolvierte an dem renommierten Nissan Native Acting Studio. 2005 inszenierte Zouabi das Stück »Jidariyya« am Palästinensischen Nationaltheater in Jerusalem. Die Inszenierung tourte international und wurde sowohl von Peter Brook’s Théâtre des Bouffes du Nord in Paris eingeladen, als auch vom Edinburgh International Festival. 2008 gründete er die ShiberHur Theater Company. 2011 wurde Zouabi zum International Associate director des Young Vic, London, ernannt. 2013 wurde er Mitglied des UTE (Union des Théâtres de l’Europe).

Lichtdesign: Nicolas Chorier 

Mit: Corinne Jaber

 

Dauer: ca. 60 Minuten


Trailer

 

Produktion: Young Vic Theatre, Théâtre de Vidy