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Qui a tué mon père

(Wer hat meinen Vater umgebracht)
von und mit Édouard Louis
Leitung: Thomas Ostermeier
Globe


»Meine ganze Kindheit über hoffte ich, Du würdest verschwinden.« – Der Abscheu vor seinem gewalttätigen, trunksüchtigen, rechtsradikalen Vater, dessen homophobe Wutausbrüche ihn als schwulen Heranwachsenden in der französischen Provinz fürs Leben traumatisierten, sitzt bei Édouard Louis tief. Doch wenn der französische Autor in seinem jüngsten Text seinem heute schwerkranken Vater gegenübertritt, hat sich die Wut zu Mitgefühl gewandelt: Der scheinbare Täter ist zum Opfer geworden. Sein Hang zur Gewalt erscheint nunmehr als Konsequenz einer kontinuierlich erlittenen Demütigung und sozialen Gewalt. Ausgehend vom zerstörten Körper seines Vaters unternimmt Louis den Versuch einer widerständigen Neuschreibung der jüngsten politischen und gesellschaftlichen Geschichte Frankreichs. Es ist die Chronik eines sukzessiven Mordes, einer vorsätzlichen Verstümmelung durch neoliberale »Reformen«, ihrer Brutalität gegenüber all den Arbeitenden, die ihre Folgen am eigenen Leib erleben müssen – und zugleich eine intime Liebeserklärung an einen Menschen, der es einem fast unmöglich macht, ihn zu lieben.

Video: Sébastien Dupouey, Marie Sanchez
Produktion/Dramaturgie: Elisa Leroy
Kostüm: Caroline Tavernier
Musik: Sylvain Jacques
Dramaturgie: Florian Borchmeyer
Licht: Erich Schneider

Mit: Édouard Louis


Koproduktion mit dem Théâtre de la Ville Paris. Gefördert aus Mitteln des Landes Berlin, Senatsverwaltung für Kultur und Europa. Mit freundlicher Unterstützung des Institut français Deutschland sowie der Holtzbrinck Publishing Group.

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