12.06.2022, 12.00
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Streitraum: »Migration – die geleugnete Normalität«

Carolin Emcke im Gespräch mit Manuela Bojadžijev (Professorin für Migrationsforschung an der HU Berlin) 
Saal B


Flucht und Migration haben die Gesellschaft dieses Landes von Anfang an geprägt. Welche Vielfalt an Erfahrungen, an Wissen, aber auch an Traumatisierungen damit einhergingen, wird immer noch marginalisiert. Flucht und Migration werden immer noch gern als historische Ausnahme behauptet – dabei sind sie politische und soziale Normalität, die zugleich nicht als solche gesehen oder anerkannt wird. So wie die Kontinuität rassistischer Gewalt ausgeblendet wird, so werden die Stimmen der migrantischen Erfahrung häufig ignoriert. Wie lassen sich die Vielfalt der Gegenwart und die Vielfalt der Erinnerung sicht- und hörbar machen im öffentlichen Diskurs? Welche Formen der Repräsentation und der Partizipation braucht es?

MANUELA BOJADŽIJEV (*1972, Frankfurt/Main) ist Professorin für Migrationsforschung am Institut für Europäische Ethnologie und Co-Leiterin der Abteilung »Soziale Netzwerke und kulturelle Lebensstile« des Berliner Instituts für empirische Integrations- und Migrationsforschung (BIM) der Humboldt-Universität zu Berlin. Seit Februar 2022 ist sie Prodekanin für Internationales der Philosophischen Fakultät der Humboldt-Universität Berlin, wo sie von 2018 bis 2020 stellvertretende Direktorin war. Von September 2015 bis Juli 2020 arbeitete sie als Professorin für Globalisierte Kulturen an der Leuphana Universität Lüneburg. Zuvor war sie als Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Europäische Ethnologie der Humboldt-Universität tätig (2010 bis 2015) und arbeitete u. a. an der Freien Universität Berlin, an der City University (London), am Goldsmiths (University of London) sowie an der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt (Projekt »Transit Migration«). Zu ihren wichtigsten Publikationen zählen Turbulente Ränder. Neue Perspektiven auf Migration an den Grenzen Europas (2007; 2012; als Teil von Transit Migration Forschungsgruppe), Die windige Internationale (2008; 2012) und Race, Nation, Class: Rereading a Dialogue for our Times (2018; mit Katrin Klingan).

 

Pluralisierung der Gegenwart – Pluralisierung der Erinnerung?

In den letzten Jahren haben nicht nur die Auseinandersetzung mit dem NSU und die Black Lives Matter Bewegung schmerzhaft deutlich gemacht, wie ungehindert und unreflektiert noch Rassismus, Antisemitismus und neonationalistische Bewegungen ihre Menschenverachtung und ihre Gewalt ausleben können. Die kritische Reflexion auf die rechten Netzwerke der Gegenwart muss immer auch die Frage zulassen, welche historischen Kontinuitäten sich in ihnen zeigen und welche nicht. Eine säkulare, offene, pluralisierte Demokratie darf sich nicht nur als säkular, offen und pluralistisch behaupten – und die eigenen blinden Flecken, die eigenen religiösen, kulturellen, sozialen Normierungen unangetastet lassen. Wie lässt sich der demokratische Diskurs, die demokratische Teilhabe wirklich pluralisieren, welche Geschichte/n müssen erzählt werden und wie lassen sich die Konflikte um Deutungen und Erfahrungen konstruktiv gestalten?

Der Streitraum ist eine monatliche Diskussionsveranstaltung an der Schaubühne und wird seit 2004 von der Publizistin und Autorin Carolin Emcke moderiert und kuratiert. Eingeladen werden Wissenschaftler_innen, Autor_innen, Politiker_innen, Künstler_innen und andere Personen des öffentlichen Lebens. Der Streitraum behandelt in jeder Spielzeit ein anderes Thema.


Streitraum wird gefördert durch die

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