26.01.2020, 12.00

Streitraum: Künstliche Intelligenz und Vorurteil

Carolin Emcke im Gespräch mit Anke Domscheit-Berg (Publizistin, Netzaktivistin, parteilose Bundestagsabgeordnete in der Linksfraktion) und Julia Krüger (netzpolitik.org, Fellow am Centre for Internet & Human Rights)
Am 26. Januar 2020


Algorithmen beeinflussen große Bereiche unseres Lebens: sie geben Empfehlungen ab, kalkulieren persönliche Risiken, nehmen soziale, medizinische, ästhetische Entscheidungen ab. Sie finden sich in Rekrutierungstools oder in Gesundheitsapps und definieren und normieren unseren Alltag. Was aber, wenn die Datensätze, mit denen die Algorithmen arbeiten, begrenzt sind? Was, wenn bestimmte Personengruppen nie als relevante Menschen wahrgenommen und somit auch nie in den Datenpool mit eingespeist wurden? Welche Befangenheit, welche Vorurteile werden so reproduziert, ohne dass es so leicht bemerkbar wäre?

ANKE DOMSCHEIT-BERG ist Publizistin, Netzaktivistin und parteilose Bundestagsabgeordnete der Fraktion DIE LINKE, die sie u. a. als Netzpolitische Sprecherin und Obfrau im Ausschuss Digitale Agenda vertritt. Sie ist Mitglied diverser Gremien, so der Enquête-Kommission Künstliche Intelligenz, im Beirat der Bundesnetzagentur und im Beirat Marktwächter Digitale Welt der Bundesverbraucherzentrale. Vor ihrer Wahl zum Mitglied des Deutschen Bundestags 2017 war Domscheit-Berg 15 Jahre in der IT-Industrie und anschließend als freiberufliche Publizistin beschäftigt. Die vielfältig ehrenamtlich engagierte Buchautorin veröffentlichte in zahlreichen Medien und war Kolumnistin zu digitalen Themen für die Frankfurter Rundschau. Sie lebt mit ihrem Mann Daniel Domscheit-Berg im Norden Brandenburgs.

JULIA KRÜGER ist Politik-Entwicklerin, Journalistin und Wissenschaftlerin zu Fragen der Netzpolitik mit dem Schwerpunkt auf Entwicklung Künstlicher Intelligenz sowie Daten- und Plattform- Politik. Seit 2015 kooperiert sie mit netzpolitik.org als freie Autorin, Rednerin und Projektverantwortliche. Zugleich ist sie seit 2016 Fellow am Centre of Internet and Human Rights (CIHR) der Europa-Universität Viadrina in Frankfurt (Oder). Zwischen 2018 und 2019 unterstützte sie als Wissenschaftliche Mitarbeiterin die SPD-Bundestagsvorsitzende Saskia Esken. Julia Krüger veröffentlichte zahlreiche Artikel, zuletzt erschienen u. a. das Working Paper »Damit Maschinen den Menschen dienen?« (Bertelsmann Stiftung, 2018) sowie »Human Security Beyond Trump« (netzpolitik.org, 2020). Informationen zu ihrem Projekt zur Digitalisierung demokratischen Regierens finden sich unter phaenomen.org/node/1. In ihrer Freizeit unterstützt sie inhaltlich und organisatorisch das Fusion Festival sowie den Chaos Computer Club.

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