12.06.2022, 12.00   > Ticket

6€ / erm. 3€

Streitraum: »Migration – die geleugnete Normalität«

Carolin Emcke im Gespräch mit Manuela Bojadžijev (Professorin für Migrationsforschung an der HU Berlin) 
Saal B


Flucht und Migration haben die Gesellschaft dieses Landes von Anfang an geprägt. Welche Vielfalt an Erfahrungen, an Wissen, aber auch an Traumatisierungen damit einhergingen, wird immer noch marginalisiert. Flucht und Migration werden immer noch gern als historische Ausnahme behauptet – dabei sind sie politische und soziale Normalität, die zugleich nicht als solche gesehen oder anerkannt wird. So wie die Kontinuität rassistischer Gewalt ausgeblendet wird, so werden die Stimmen der migrantischen Erfahrung häufig ignoriert. Wie lassen sich die Vielfalt der Gegenwart und die Vielfalt der Erinnerung sicht- und hörbar machen im öffentlichen Diskurs? Welche Formen der Repräsentation und der Partizipation braucht es?

Pluralisierung der Gegenwart – Pluralisierung der Erinnerung?

In den letzten Jahren haben nicht nur die Auseinandersetzung mit dem NSU und die Black Lives Matter Bewegung schmerzhaft deutlich gemacht, wie ungehindert und unreflektiert noch Rassismus, Antisemitismus und neonationalistische Bewegungen ihre Menschenverachtung und ihre Gewalt ausleben können. Die kritische Reflexion auf die rechten Netzwerke der Gegenwart muss immer auch die Frage zulassen, welche historischen Kontinuitäten sich in ihnen zeigen und welche nicht. Eine säkulare, offene, pluralisierte Demokratie darf sich nicht nur als säkular, offen und pluralistisch behaupten – und die eigenen blinden Flecken, die eigenen religiösen, kulturellen, sozialen Normierungen unangetastet lassen. Wie lässt sich der demokratische Diskurs, die demokratische Teilhabe wirklich pluralisieren, welche Geschichte/n müssen erzählt werden und wie lassen sich die Konflikte um Deutungen und Erfahrungen konstruktiv gestalten?

Der Streitraum ist eine monatliche Diskussionsveranstaltung an der Schaubühne und wird seit 2004 von der Publizistin und Autorin Carolin Emcke moderiert und kuratiert. Eingeladen werden Wissenschaftler_innen, Autor_innen, Politiker_innen, Künstler_innen und andere Personen des öffentlichen Lebens. Der Streitraum behandelt in jeder Spielzeit ein anderes Thema.


Streitraum wird gefördert durch die

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