28.01.2016, 20.30

Wengenroths Autorenklub: Ausgabe Zehn – Stefan Zweig

von und mit Patrick Wengenroth
Musikalische Gäste: Isolation Berlin


»Als meinen einzig sicheren Besitz empfinde ich das Gefühl der inneren Freiheit.« Stefan Zweig

Das Warten hat ein Ende: In der nunmehr zehnten Ausgabe von Wengenroths Autorenklub werden wir uns in aller kurzweiligen Ausführlichkeit einen Abend lang der Gedanken- und Gefühlswelt des österreichischen Schriftstellers Stefan Zweig verschreiben. Die Zutaten könnten aktueller nicht sein: Angst und Melancholie, Liebe und Depression, Europa und Pazifismus, Flucht und Freitod, Hoffnung und Resignation, Exhibitionismus und Einkehr, Leid und (Sigmund) Freud, Wasser und Wein.

Isolation Berlin: »Die Trostlosigkeit hat uns zusammengeführt, wir sind versunken in der Isolation Berlin. Vier gebrochene Herzen, die die Wogen der Großstadt wie Abfallprodukte der Spaßgesellschaft in die rauchigsten Bars der Stadt geschwemmt hat. Wo wir das Fassbier gierig wie halb verhungerte Waisenkinder aufsogen als sei es Muttermilch. Und mit trüben Augen den blauen Rauchwolken hinterher sahen, die wir ausspiehen wie alte verwundete Drachen, denen die Flügel zu schwer geworden sind. Dort trafen wir uns. Vereint durch unsere Hoffnungslosigkeit, durch die Trauer in unseren Augen, durch die Kälte in unseren Herzen. Während wir uns einhüllten in Rauchschwaden und unsere gequälten Seelen mit dem Dämon Alkohol endgültig zu morden versuchten, flog uns so manches düstere Lied zu, wie böse Träume in schwarz umwölkter Nacht. Und indem wir sie mit bebender Brust aus unseren gramverzerrten Totenmasken wieder entließen, löste sich der ein oder andere quälende, alteingebrannte Schmerz aus unseren vernarbten Herzen, um kreischend noch kurz um den mühsam rudernden Deckenventilator zu kreisen und dann mit einem gellenden Schrei durch die morschen Kneipendielen geradezu in die Hölle zu fahren. Jedes Lied war ein Mord und eine Auferstehung. Wir sind dutzende Male verbrannt, um im Morgengrauen wieder wie der Phönix aus der Asche unserer Existenz zu steigen. Nehmt sie hin diese Lieder! Als Teil unserer selbst. Wir haben sie uns aus unseren gequälten Herzen geschnitten, um sie der Welt zu schenken! Um durch sie so mancher gepeinigten Seele einen Teil ihres Schmerzes zu nehmen, ihre Wunden zu heilen und die Isolation ein Stück weit erträglicher zu machen.«
> Zum Video »Aquarium« auf youtube

Trailer

Realisation: Patrick Wengenroth
Musik: Matze Kloppe
Ausstattung: Alena Georgi
Kostüm: Marc Freitag
Dramaturgie: Sina Katharina Flubacher
Regieassistenz: Lisa-Marie Hobusch