Werkstattgespräch Milo Rau

Moderation: Florian Borchmeyer


Die Arbeiten des Schweizer Theatermachers Milo Rau bewegen sich auf dem Grenzgebiet von Dokumentarischem und Fiktionalem. Ab der kommenden Spielzeit wird er regelmäßig an der Schaubühne inszenieren, so sein derzeit in Entwicklung befindliches Projekt »Die Geschichte des Maschinengewehrs«. Am Beispiel seiner derzeit laufenden Proben zu »The Civil Wars« bietet er Einblick in seine Arbeitstechnik. Die Inszenierung, die im Mai in Brüssel Premiere haben und beim F.I.N.D. 2015 zu sehen sein wird, entwickelt aus einer halbjährigen Recherche im Salafisten- und Rechtsradikalenmilieu Westeuropas eine Lecture Performance – und stellt sich eine simple Frage: Steht der ›Niedergang des Abendlandes‹ und mit ihm das Ende der Europäischen Union bevor?

Milo Rau (*1977, Bern) arbeitet seit 2003 als freier Regisseur und Bühnenautor. Er studierte in Zürich, Berlin und  Paris Germanistik, Romanistik und Soziologie und schrieb seine Dissertation über die Ästhetik des Reenactments. 2007 gründete er das »International Institute of Political Murder (IIPM)«. Seine Produktion »Hate Radio« wurde 2012 zum Theatertreffen eingeladen.