Artist in Focus:
Katie Mitchell

Mit dieser Festivalausgabe stellen wir erneut eine herausragende künstlerische Persönlichkeit in den Mittelpunkt: Die britische Regisseurin Katie Mitchell ist Artist in Focus beim FIND 2026. Sie war Hausregisseurin der Royal Shakespeare Company sowie am Royal Court Theatre und inszeniert regelmäßig am National Theatre in London, wo sie auch Teil der Künstlerischen Leitung war. Sie hat quer durch Europa und darüber hinaus zahlreiche Opern- und Schauspielinszenierungen realisiert und wurde vielfach ausgezeichnet. Ihr Werk ist geprägt von einer innovativen Verbindung von Schauspiel, Szenografie und Live-Video. Inhaltlich befragt sie kanonische Texte aus feministischer Perspektive und entwickelt dabei originelle Perspektivwechsel.
Seit 2010 verbindet sie eine kontinuierliche Zusammenarbeit mit dem Ensemble der Schaubühne. Im Rahmen des Festivals zeigen wir eine Bühnenfassung des Texts »Bluets« der US-amerikanischen Autorin Maggie Nelson, adaptiert von der irischen Dramatikerin Margaret Perry. Darin erkundet die Hauptfigur ihre Obsession für die Farbe Blau und ihren Schmerz über eine verlorene Liebe.
Mitchells neueste Inszenierung »Cow | Deer«, die sie gemeinsam mit der Autorin Nina Segal und der Sounddesignerin Melanie Wilson erarbeitet hat, kommt ohne ein gesprochenes Wort aus: Mit Klängen und Geräuschen erzählen vier Performer_innen einen Tag aus dem Leben einer Kuh und eines Rehs. Damit setzt Katie Mitchell ihre Auseinander setzung mit Natur, Umwelt und Klima fragen fort und blickt auf eine Welt jenseits menschlicher Perspektiven. Die Klanglandschaft entsteht live und ermöglicht dem Publikum, die Welt so zu hören, wie sie ein Tier wahrnimmt. Ergänzt wird der Fokus durch Mitchells Inszenierung von »Orlando« – eine von Alice Birch nach Virginia Woolfs Roman adaptierte, queere Biografie durch vier Jahrhunderte Menschheits geschichte.  

Im FIND 2026 steht ihr Werk mit drei Inszenierungen im Fokus. Im Gespräch mit Joseph Pearson gibt sie einen Einblick in ihre Theaterarbeit, ihre verschiedenen Formen und Regie-Werkzeuge und die politischen, gesellschaftlichen und künstlerischen Fragen, die sie beschäftigen.