Die Schaubühne wurde 1962 gegründet. Seit 1999 wird sie von Thomas Ostermeier künstlerisch geleitet. Pro Spielzeit bringt die Schaubühne mindestens zehn neue Aufführungen zur Premiere. Daneben ist im Wechsel ein Repertoire aus über dreißig Produktionen zu sehen.

Ausgehend vom Gedanken des Ensembletheaters, das im Kern seit 1999 zusammenarbeitet und beständig durch Neuengagements erweitert wird, stehen an der Schaubühne die Schauspieler_innen, die dramatischen Figuren und Situationen des Stücks im Zentrum. Kennzeichnend ist dabei die stilistische Vielfalt der Regiehandschriften, die auch neue Formen des Tanz- und Musiktheaters einbezieht. Verbindendes Element ist die Suche nach einer zeitgenössischen und experimentellen Theatersprache, die ihren Fokus auf das Erzählen von Geschichten und die präzise Durchdringung des Textes setzt – des klassischen ebenso wie des zeitgenössischen. Zum Repertoire gehören sowohl die großen Titel der dramatischen Weltliteratur als auch die zeitgenössische Dramatik international anerkannter Autor_innen, die mit über 100 Ur- und deutschen Erstaufführungen in den letzten 19 Jahren ein zentraler Bestandteil der Theaterarbeit waren.

Die Suche nach neuen szenischen Formen wird begünstigt durch einen regen internationalen Austausch, der die Schaubühne und ihr Ensemble beständig mit anderen Theatertraditionen in Berührung bringt. Neben Regisseur_innen wie Thomas Ostermeier, Herbert Fritsch, Milo Rau, Patrick Wengenroth, Mina Salehpour, Lilja Rupprecht, Armin Petras sowie Falk Richter und Marius von Mayenburg – die der Schaubühne auch als Autoren verbunden sind –, bietet die Schaubühne immer wieder bedeutenden Regisseur_innen aus dem Ausland eine Plattform in Berlin. Derzeit sind Produktionen von Dead Centre, Katie Mitchell, Sanja Mitrović, Rodrigo García und Simon McBurney an der Schaubühne zu sehen.

Gleichzeitig zeigt die Schaubühne ihre Inszenierungen mit jährlich ca. hundert Vorstellungen im Ausland: sei es bei den großen internationalen Theaterfestivals wie dem Festival d'Avignon, den Salzburger Festspielen, dem Festival Athen und Epidauros, dem Festival Internacional de Buenos Aires (FIBA) und dem Territorija Festival in Moskau; sei es im Rahmen von Gastspielen an Theatern in aller Welt u. a. in New York, Paris, Amsterdam, Rom, Quebec, São Paulo, London, Oslo, Ramallah, Melbourne, Ottawa, Taipeh, Tel Aviv, Seoul, Rennes, Barcelona, Adelaide, Tokio, Prag, Sydney, Montreal oder Peking.

Seit 2000 bietet das Festival Internationale Neue Dramatik (FIND) jedes Jahr im Frühling international renommierten Theatermacher_innen, aber auch zahlreichen Neuentdeckungen die Möglichkeit, ihre Arbeiten an der Schaubühne zu zeigen. Das FIND bringt so nicht nur alljährlich neues Theater aus den unterschiedlichsten Sprach- und Kulturräumen zum ersten Mal nach Berlin, sondern hat sich im Laufe der Zeit zu einem Panorama der wichtigsten Inszenierungen des weltweiten Theaterschaffens entwickelt – immer dem Grundgedanken der Entdeckung neuer theatraler Formen und Texte verpflichtet –, seien es neu geschriebene Stücke oder prozesshaft bei den Proben entwickelte Aufführungen. Seit 2011 wird FIND begleitet durch das Workshop-Programm »FIND plus« – ein Forum für Schauspiel-, Regie- und Dramaturgiestudierende aus mehreren Ländern Europas und den USA.