Streit ums Politische 2026/27 »Die gekränkte Gesellschaft«
Heinz Bude im Gespräch mit seinen Gästen
Das gesellschaftliche Wesen vergleicht sich. An den Anderen erkennen wir, wo wir selbst stehen: ob wir viel oder wenig verdienen, ob wir mehr oder weniger gelten, ob wir großen oder kleinen Einfluss haben. Solche Vergleiche spornen an, können einen aber auch zur Verzweiflung bringen. Man kommt glänzend heraus oder kommt überhaupt nicht mehr vor. Als gesellschaftliche Wesen sind wir kränkbare Wesen und die Frage ist: Wer geht wie mit seinen Kränkungen um? Daran entscheidet sich, wie wir miteinander auskommen und wem wir die Schuld dafür geben, dass wir schlechter als vergleichbare andere dastehen.
Streit ums Politische findet als Diskussionsreihe seit der Spielzeit 2011/12 regelmäßig an der Schaubühne statt. Zu Beginn einer neuen Spielzeit wird an vier Terminen jeweils ein Gast eingeladen, der zu unterschiedlichen Aspekten des gewählten Themas diskutiert.
Heinz Bude ist emeritierter Professor für Makrosoziologie an der Universität Kassel und Gründungsdirektor des documenta Instituts. Er beschäftigt sich mit den Veränderungen sozialer Ungleichheit und deren Bedeutung für die Selbstgegebenheit von Gegenwartsgesellschaften. In den letzten Jahren erschienen »Gesellschaft der Angst«, »Das Gefühl der Welt. Über die Macht von Stimmungen«, »Solidarität. Die Zukunft einer großen Idee« sowie »Abschied von den Boomern«. 2025 erschien von dem Trio BudeMunkWieland, das 2020 »Aufprall« herausgebracht hat, der Roman »Transit 64«.