Streit ums Politische 2018/19: »Demokratie ohne Mehrheit?«

Heinz Bude im Gespräch mit seinen Gästen
Am 10. September, 29. Oktober, 26. November, 17. Dezember 2018

Die politische Mehrheitsbildung in westlichen Demokratien ist prekär geworden. Wacklige Koalitionen, aus dem Boden schießende Bewegungsparteien, antipolitische Demagogen und populistische Postheroen bestimmen die Szene. Die neue Auflage des »Streits ums Politische« fragt nach den Gründen dieser Entwicklungen. Ist die fragmentierte Gesellschaft in einer parlamentarischen Mehrheit überhaupt noch abbildbar? Oder unterlaufen Ideen einer Politik der Differenz nicht am Ende Politiken der Mehrheit? Ist die Ignoranz einer sich abschottenden gesellschaftlichen Mitte der Grund für den Verlust von gültigen Ausdrucksgestalten von Mehrheit? Oder müssen wir uns einfach an wechselnde Mehrheiten, addierte Minderheiten oder Mehrheiten nach Ereignissen gewöhnen? Wie auch immer, die Frage der Zukunft lautet, wie Gesellschaften unserer Art noch kollektive Handlungsfähigkeit über politische Mehrheiten auf Zeit gewinnen.

Heinz Bude wurde 1954 in Wuppertal geboren und lebt in Berlin. Seit dem Jahr 2000 ist er Professor für Makrosoziologie an der Universität Kassel. Er beschäftigt sich mit den Veränderungen sozialer Ungleichheit und was diese für die Selbstgegebenheit von Gegenwartsgesellschaften bedeutet. 2014 ist »Gesellschaft der Angst« erschienen, das inzwischen in sechster Auflage vorliegt, 2016 »Das Gefühl der Welt. Über die Macht von Stimmungen« und 2018 »Adorno für Ruinenkinder. Eine Geschichte von 1968«.

In Kooperation mit der Heinrich-Böll-Stiftung